19.12.2011

Sackstarch

Gymibuben eifern Freitagbrüdern nach

Seesäcke im Retrolook sind gefragt.

Seit einem halben Jahr vertreiben sechs 15- bzw. 16-jährige Zürcher Gymnasiasten unter dem Label "Sackstarch" Seesäcke. Die Taschen im Retrolook bestehen aus Abfallresten von Sonnenstoren und werden in der Strafanstalt Pöschwies hergestellt. Gereift ist die Idee im Wirtschaftsunterricht an der Kantonsschule Hottingen. Weil sie so gut ist, werden die Gymnasiasten bei ihrem Projekt von der Organisation Young Enterprise Switzerland unterstützt. Grosse Zeitungen wie "NZZ", "Tagi" und "Blick am Abend" haben bereits über "Sackstarch" berichtet (siehe auch: sackstarch.com. Welche Bilanz die Jungunternehmer heute ziehen und welche nächsten Pläne anstehen, verrät Marketingleiter Sebastian Suter im Gespräch mit persoenlich.com:

Sebastian Suter, seit einem halben Jahr verkaufen Sie zusammen mit Ihren Gymikollegen Seesäcke im Retrolook. Welche Bilanz ziehen Sie?

Wir sind sehr zufrieden. Bisher konnten wir schon 508 Seesäcke verkaufen. Das übertrifft unsere Erwartungen bei weitem. Wir dachten am Anfang, wenn wir hundert verkaufen können, sind wir zufrieden...

Verdienen Sie schon daran?

Wir hatten bisher einen Reingewinn von zirka 9'000 Franken. Er wurde reinvestiert. Sollte Ende Jahr ein kleiner Überschuss resultieren, werden wir ihn an uns auszahlen.

Sie waren mit den Seesäcken an der Züspa und an den Weihnachtsmärkten in Regensdorf, Wipkingen und Opfikon präsent. Wie bringen Sie Sackstarch sonst unter die Leute?

Hauptsächlich über unseren Online-Shop. In Zukunft versuchen wir mit Sackstarch aber auch in auserwählte Läden zu kommen. Gespräche sind im Gang, spruchreif ist noch nichts.

Wer kauft hauptsächlich Ihre Säcke?

Junge, trendige, urbane Leute. Es kommen aber auch immer wieder ältere Personen, die ihren Enkeln oder Kindern damit eine Freude bereiten wollen. Letzteres ist vor allem in der Weihnachtszeit ein grosses Thema.

Ihre Idee stiess auf grossen Anklang in diversen Medien. Hätten Sie auch ohne diese Auftritte Erfolg gehabt?

Sicher nicht so schnell. Es war unglaublich, wie rasch wir den Sprung in die Medien schafften und was dieser auslöste. Nach jedem Zeitungsbericht oder Fernsehauftritt schnellten die Bestellungen in die Höhe.

Wie wollen Sie in Zukunft im Gespräch bleiben?

Wir werden in Zürich Flyer verteilen und planen verschiedene Verkaufsaktionen. Zudem sammeln wir die E-Mailadressen unserer Kunden. Wir wollen mit ihnen in Kontakt bleiben.

Möchten Sie die Marke Sackstarch noch ausbauen mit anderen Produkten?

Wir könnten uns vorstellen, auch Handytaschen zu produzieren oder grössere Seesäcke. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Und wenn Sie das grosse Geld machen, verzichten Sie alle auf ein Studium?

Nein, auf keinen Fall. Wir wollen Sackstarch nebenbei aufbauen. Wenn der Verkauf weiter so gut läuft, haben wir ein schönes Sackgeld.

Bildlegende: Sebastian Suter, Joshua Lustenberger, Donald Aebi, Ramon Gla¨ttli, Jonathan Vontobel, Nicolas Kamber (v.l.n.r.).

Interview: Christine Schnyder


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