Hass-Liebe zwischen Nutzer und Netzwerk

Facebook - Mitglieder geben schlechte Noten.

Facebook-Nutzer meckern gerne über ihr Social Network. Die Popularität des derzeit international beliebtesten sozialen Netzwerks steigt ständig weiter. Gleichzeitig stellen die Facebook-User ihrem virtuellen Zuhause keine besonders guten Noten aus. Diesen Zwiespalt zeigt eine aktuelle Konsumentenbefragung aus den USA auf. Im sogenannten American Customer Satisfaction Index (ACSI) bewerten die Nutzer Facebook mit nur 64 von 100 möglichen Punkten. Das ist eines der schlechtesten Ergebnisse aller abgefragten Unternehmen und Webseiten. Konkurrent MySpace wird ähnlich niedrig (63 Punkte) bewertet. Etwas besser schneiden YouTube und Wikipedia ab.

Laut ACSI betreffen die Beschwerden vor allem Datenschutz und Sicherheit. Gerade in den vergangenen Monaten hat sich Facebook in diesen Bereichen wiederholt in die Nesseln gesetzt. Aber auch Werbeanzeigen nerven die User, ebenso wie Spam und ständige Änderungen auf der Seite. Der Konsumentenbericht erzeugt den Eindruck, dass Facebook-Nutzer eigentlich nicht sehr viel an Facebook mögen. Trotzdem gehen die meisten regelmässig online und täglich kommen Scharen an neuen Nutzern hinzu. In Kürze will Facebook offiziell das Überschreiten der 500-Mio.-Nutzer-Grenze verkünden.

ACSI erklärt auch, warum die User trotz Unzufriedenheit nicht davon laufen. "Facebook hat seine eigene Art von Monopol." Das Monopol kommt dadurch zustande, dass derart viele Menschen das Netzwerk nutzen. Damit sind wieder mehr Leute dazu "verdonnert", sich ebenfalls anzumelden, um mit Familie und Freunden vernetzt zu sein. Es gibt auch wenige echte Alternativen auf internationaler Ebene. MySpace könnte laut dem Bericht zwar eine Art Comeback schaffen, ist aber andererseits das einzige Social Network das noch schlechter bewertet wurde als Facebook selbst. Die Potenziale, die ACSI MySpace zum Comeback aufzeigt, sind zudem sehr oberflächlich formuliert. "MySpace muss sich darauf konzentrieren, was Konsumenten wollen", heisst es in dem Bericht. (pte)