Die massive Absatzkrise in der weltweiten Automobilbranche setzt sich unvermindert weiter fort. Wegen der durch die Finanzkrise ausgelösten Kaufzurückhaltung gerät das US-Geschäft buchstäblich unter die Räder. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf den Marktforscher Autodata berichtet, fiel der Neuwagenabsatz im Oktober binnen Jahresfrist um 32 Prozent auf insgesamt 838156 Fahrzeuge. Diese Zahlen spiegeln das niedrigste Monatsergebnis sei Januar 1991 wider. Der gesamte Automobilumsatz in den USA rutschte damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als 17 Jahren ab. Besonders stark betroffen ist vor allem General Motors, da der Absatz allein im zurückliegenden Monat um 45 Prozent einbrach und nur noch 166.744 Autos verkauft wurden. Auch bei Chrysler, die derzeit mit General Motors über eine Fusion verhandelt, waren es 35 Prozent Rückgang. Ford wiederum muss 30 Prozent verkraften. Nun muss BMW einen sinkenden Gewinn um fast zwei Drittel auf 298 Millionen Euro hinnehmen.
Neben der schwieriger werdenden Kreditvergabe in den USA, steigender Rohstoffkosten und nicht zuletzt sinkender Restwerte für Leasingfahrzeuge sind nun selbst die etablierten Marken in Europa dazu gezwungen, den Gürtel enger zu schnallen. Die BMW-Zahlen zeigen die Lage mehr als deutlich auf. Wie der Konzern bekannt gab, verkaufte man von Juli bis August um 4,2 Prozent weniger Autos der Marken BMW, Mini und Rolls Royce als noch im Vorjahreszeitraum. "Ich rechne damit, dass bei den deutschen Zulieferern in den kommenden Jahren mehr als 50.000 Jobs verloren gehen könnten", so die Prognose eines Branchenkenners gegenüber Pressetext.
Die Absatzmisere hat General-Motors-Manager Mike DiGiovanni dazu veranlasst, vom "schlimmsten Monat seit dem Zweiten Weltkrieg" zu sprechen. Zudem habe man es mit "einer ernsten Rezession" zu tun, die nur durch Kreditstimulationen der Regierung abgemildert werden könne. Dass sich selbst die asiatischen Kleinwagenhersteller der Situation nicht entziehen können, zeigen die weltweiten Folgen der Absatzkrise. Während Toyota einen Absatzrückgang im Oktober um 23 Prozent verkraften muss, sind es bei Honda 25 und bei Nissan sogar 33 Prozent. Wie auch für die asiatischen Hersteller kommt der schwache Dollarkurs auch für die europäischen Produzenten belastend hinzu. (pte)