Die Menschenrechtsorganisation Oxfam International wirft adidas, einem der Hauptsponsoren der FIFA-Fussball-WM, vor, sich nicht genügend für die Einhaltung der Menschenrechte in seinen Zulieferbetrieben einzusetzen. Konkret fordert Oxfam von adidas, sich für die Wiedereinstellung von 33 entlassenen Gewerkschaftsführern in einer Fabrik in Panarub (Indonesien) stark zu machen, die im Oktober 2005 entlassen wurden, nachdem sie bei einem Ein-Tages-Streik eine Lohnerhöhung zum Inflationsausgleich gefordert hatten.
Ende Mai 2006 hatte die indonesische Menschrechtskommission verkündet, dass die Entlassungen nicht rechtmässig und Arbeitnehmerrechte verletzt worden seien. adidas teilte Oxfam in einem Brief vom 15. Juni 2006 mit, dass es die Feststellungen der Kommission voll und ganz unterstütze und auf der Wiedereinstellung der entlassenen Gewerkschafter bestehen werde. Letzte Woche jedoch änderte adidas seine Haltung und will nun klären, ob die Feststellungen der Kommission rechtlich bindend sind. Der Sportartikelhersteller deutete ausserdem an, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter gegen ihre Entlassung möglicherweise zunächst Beschwerde beim Obersten Gerichtshof einlegen müssten.