Hotelübernachtungen mit Höchstwert im ersten Halbjahr

Zürich Tourismus - Die Tourismusregion Zürich hat einen neuen Höchstwert bei den Hotelübernachtungen erreicht. Für das zweite Halbjahr rechnet Zürich Tourismus mit Unsicherheiten wegen der US-Zollpolitik.

Die Tourismusregion Zürich blickt auf ein starkes erstes Halbjahr 2025 zurück. Insgesamt wurden 3,4 Millionen Hotelübernachtungen gezählt – ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 und zugleich ein neuer Höchstwert, wie die Tourismusorganisation mitteilt.

Der Schweizer Markt blieb mit 1,36 Millionen Übernachtungen und einem Anteil von 39,3 Prozent die wichtigste Herkunftsregion, schreibt die Tourismusorganisation. Das Wachstum bei den inländischen Gästen betrug 4,5 Prozent. Europa und Übersee trugen jeweils rund 30 Prozent zum Gesamtvolumen bei.

Weniger Hotelgäste aus UK und Frankreich

Nordamerika entwickelte sich als stärkster ausländischer Markt mit 442'173 Übernachtungen und einem Plus von 7,9 Prozent. Bei den europäischen Märkten zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen: Österreich (plus 4,8 Prozent), Italien (plus 4,0 Prozent) und Deutschland (plus 3,6 Prozent) legten zu, während das Vereinigte Königreich (minus 5,4 Prozent) und Frankreich (minus 3,7 Prozent) Rückgänge verzeichneten.

Die Zimmerauslastung stieg um 1,9 Prozentpunkte auf 61,1 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz pro verfügbarem Zimmer erhöhte sich von 183,20 auf 193,50 Franken. Die Aufenthaltsdauer betrug durchschnittlich 1,75 Tage.

Unsicherheiten wegen US-Zollpolitik erwartet

Für das zweite Halbjahr rechnet Zürich Tourismus mit Unsicherheiten. Die US-Zollpolitik gegenüber der EU und der Schweiz könnte den Geschäftstourismus beeinträchtigen. Beobachtungen in europäischen Märkten zeigen bereits Anpassungen bei internationalen Unternehmen, die Tagungen und Seminare verschieben oder reduzieren.

Da rund 50 Prozent der Übernachtungen in Zürich auf Geschäftsreisende entfallen, würde sich ein Rückgang direkt auf die touristische Wertschöpfung auswirken. «Internationale Unternehmen überdenken derzeit ihre Anlässe und Geschäftsreiseplanung – und damit gerät auch Zürich als Business-Destination unter Druck», wird Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus, in der Medienmitteilung zitiert. Der Kongresstourismus dürfte weniger betroffen sein, da er langfristig geplant und vertraglich gebunden ist.

Sollten künftige Zollmassnahmen die Schweiz stärker treffen als die EU, wären auch Auswirkungen auf den Freizeittourismus möglich. Zürich Tourismus will daher die Position im Schweizer Markt festigen und einen ausgewogenen Gästemix fördern. (pd/nil)