Humor-Festival steigert Markenwert

Arosa - Kurzinterview mit Tourismusdirektor Schwarzenbach.

Wenn Ingo Appelt auf 1991 Metern über Meer ein ganzes Zelt voller Leute zum Lachen bringt, dann haben diese nicht zu wenig Sauerstoff, sondern befinden sich am 14. Humor-Festival Arosa, welches seit dem 9. Dezember und noch bis Sonntag 18. Dezember dauert.

Das Humor-Festival bringt aber nicht nur die Zuschauer zum Lachen, sondern erfreut auch ganz speziell Hans-Kaspar Schwarzenbach, den Direktor von Arosa Tourismus. "persoenlich.com" hatte Gelegenheit, Schwarzenbach ein paar Fragen zum Werbeeffekt des Humorfestivals für Arosa zu stellen. Dabei kam auch die Konkurrenzsituation mit Österreich zur Sprache.

Hans-Kaspar Schwarzenbach, das Humor-Festival Arosa findet bereits zum 14. Mal statt, ist also eine Institution geworden. Das muss für Sie als Tourismusdirektor die Ideale Plattform sein, um für Arosa zu werben?

Klar, dank dem Humor-Festival gewinnt die Marke Arosa an Wert. Viele Bilder zeigen schneebedeckte Berge und es ist wohl fast der einzige Weg, in der ansonsten hektischen Vorweihnachtszeit, auch unter der Woche Gäste in die Berge zu locken.

Wie wichtig ist das Humor-Festival, welches grosses Medieninteresse weckt, für Arosa?

Die Wichtigkeit ist kaum abzuschätzen und geht weit über die Berichterstattung hinaus. Arosa positioniert sich generell als lebensfrohe, auch ein klein wenig schräge Destination. Humor und Ferien passen perfekt zusammen.

Kann man den Werbeeffekt, der vom Humor-Festival ausgeht, irgendwie beziffern?

Selbstverständlich könnte man den Medienäquivalenzwert ausrechnen und Umfragen zur Bekanntheit machen lassen. Das übersteigt aber unsere personelle wie finanzielle Kapazität -- den letztendlich sind wir eine eher kleine Tourismusorganisation.

Dem Schweizer Wintertourismus ist durch die nahe gelegenen österreichischen Wintersportorte eine ernst zu nehmende Konkurrenz erwachsen. Spüren Sie das auch in Arosa?

Ganz klar -- wobei ich eher von Mitstreitern sprechen will. Die grösste Bedrohung sehe ich darin, dass immer weniger Leute Skifahren lernen und den Spass am Winter in den Bergen gar nie richtig kennen lernen. Insofern ziehen die Österreicher wie wir auch am selben Strick.

Können sich die Schweizer Ferien im eigenen Land nicht mehr leisten und wandern deshalb in günstigere Regionen ab?

Preisunterschiede sind kaum mehr vorhanden wenn Sie Toporte untereinander vergleichen -- z.B. Lech mit Arosa. Dem Teuro sei Dank! Zuwenig beachtet werden die Kosten der Anreise. Auch kommen 50 Prozent unserer Gäste mit dem Zug -- ausser St. Anton kenne ich keine wichtigere Destination in Österreich, die mit dem Zug gut erreichbar ist. Aus unseren Stammmärkten -- Schweiz und Deutschland -- konnten wir die Abwanderung stoppen. Auch Österreich hatte Verluste an deutschen Gästen. Was wir nicht haben ist die Zuwanderung aus den neuen EU Staaten. Da gilt die Schweiz als teuer und Österreich ist näher.

Wie kann man die Schweizer wieder vermehrt dazu bringen, Ferien im eigenen Land zu machen?

Mit qualitativ hochwertigen Produkten. Gute Hotels, moderne Bahnen, bedienten urchigen Hütten und alles mit einem Top-Service.

(Interview und Foto: Stefan Wyss)