In-Game-Werber lässt Microsoft-Rückzug kalt

Massive - Branche wächst weiter - Aus für Massive keine Hiobsbotschaft.

Das plötzliche Aus für Microsofts In-Game-Werbetochter Massive hat die Branche auf die leichte Schulter genommen. Die Top-Vermarkter in der Industrie geben sich zumindest betont gelassen. Zwar ist das Massive-Ende durchaus auch auf wirtschaftliche Enttäuschungen zurückzuführen. Der In-Game-Werbesektor befindet sich dennoch im Wachstum. Wenngleich der ursprüngliche Hype um den Bereich nachlässt und allzu euphorische Marktprognosen bisher unerreicht sind, erkennen die Akteure in der Schließung von Microsofts In-Game-Tochter keine Hiobsbotschaft.

Noch vor wenigen Jahren waren Prognosen und Massive selbst von einem Wachstum des In-Game-Werbemarktes auf rund zwei Mrd. Dollar im Jahr 2010 ausgegangen. Derart hohe Erwartungen blieben bisher aber unerfüllt. Vielmehr gehen neuere Einschätzungen davon aus, dass das Geschäft ein Niveau von einer Mrd. Dollar bis 2014 erreichen könnte. Der Markt wächst damit bedeutend langsamer als einst angenommen, aber er wächst. Bei Microsofts Entscheidung, Massive zu schließen, spielten neben ökonomischen Kriterien nach eigenen Angaben auch andere Faktoren mit.

Insbesondere die Trennung der beiden Einheiten Massive und Xbox im Hause Microsoft hat bei Werbekunden offenbar laufend für Verwirrung gesorgt. Die Anzeichen für Erfolg in der Branche sind aber gegeben, wird Alex Sood, CEO der In-Game-Werbefirma Double Fusion, von der Mediaweek zitiert. "Die durchschnittlichen Werbeausgaben steigen, die Kundenzahlen klettern und die Aufträge pro Kunde nehmen zu."

2009 wuchs das Geschäft angesichts der Wirtschaftskrise zwar nur langsam. In diesem Jahr verzeichnete der Anbieter aber um 300 Prozent mehr Kampagnen, in die die Kunden mittlerweile zischen 50.000 und 100.000 Dollar investieren. Spieleentwickler Electronic Arts setzt ebenfalls auf Wachstum im In-Game-Bereich. Er hat die Zusammenarbeit mit Massive beendet, um eine eigene Abteilung aufzubauen. Zwar schlägt das Ende des Unternehmens in der Branche und besonders bei Werbekunden Wellen. In Microsofts Ausstieg wittern die Player aber vielmehr Chancen und neue Möglichkeiten als mögliche Gefahren. (pte)