In Zürich und Bern werden Briefe elektrisch ausgefahren

Post - Die Post stellt in den beiden Städten Briefe und Pakete nur noch mit elektrisch betriebenen Rollern und Lieferwagen zu.

Bis 2030 soll die gesamte Zustellflotte landesweit klimaneutral sein - noch fehlt es dazu aber an gerade für die Bergregionen geeigneten Fahrzeugen.

Die Post setze in Zürich und Bern neu insgesamt 568 Fahrzeuge ein, die rein elektrisch unterwegs seien, sagte Johannes Cramer, Leiter des Bereichs Logistik-Services, am Mittwoch an einer Medienkonferenz in der Zustellstelle in Zürich-Oerlikon.

Der Strom für die 374 Elektroroller und die 194 elektrisch betriebenen Lieferfahrzeuge stamme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Stromquellen aus der Schweiz. An dieser Umstellung führe kein Weg vorbei, hielt Cramer fest. «Grosse Kunden verlangen, dass wir nachhaltig unterwegs sind.» Und auch die Bevölkerung erwarte dies.

Die nächsten Umstellungen sind denn auch bereits geplant, wie Cramer weiter ausführte. Nach den Städten Zürich und Bern will die Post bis Ende 2024 auch in Genf und Basel sowie an rund 50 weiteren Standorten Briefe und Pakete vollelektrisch zustellen.

Zustelltouren auf Akku abstimmen

Laut Cramer lässt sich eine Elektroflotte aber nicht einfach so im grossen Stil einführen. «Wenn man mehrere hundert Fahrzeuge kauft, braucht es auch die Ladeinfrastruktur dafür.» Von den schweizweit rund 450 Zustellstellen seien derzeit etwa 140 vollständig mit Ladestationen ausgerüstet.

Zudem müssten die Zustelltouren auf die Akkus abgestimmt werden. «Man kann nicht einfach zwischendurch kurz an die Tankstelle fahren», sagte Cramer.

Die begrenzte Reichweite ist auch ein Grund, weshalb die Post gerade Pakete noch nicht landesweit mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen zustellt. Auf dem Land sowie insbesondere in den Bergregionen, in denen die Post auf Allrad-Lieferwagen angewiesen ist, kann es gemäss Cramer noch etwas dauern, bis geeignete Fahrzeuge zur Verfügung stehen. «Aber da werden Lösungen kommen», zeigte er sich überzeugt.

Bis 2030 will die Post die Briefe und Pakete in der ganzen Schweiz mit 10'500 Fahrzeugen mit einer umweltfreundlichen Antriebstechnik zustellen. Derzeit rechnet Cramer mit einer reinen Elektro-Flotte. Sollten sich aber andere technische Fortschritte ergeben, würde die Post entsprechend reagieren.

Weniger Lärm in den Städten

Im vergangenen Jahr stellte die Post rund 30 Millionen Pakete mit klimaneutralen Fahrzeugen zu. In diesem Jahr werden es rund 40 Millionen sein; alleine in der Stadt Zürich werden jährlich 7,9 Millionen Pakete geliefert, in Bern 3,4 Millionen.

Mit der Elektroflotte werde nicht nur der CO2-Ausstoss im Unternehmen reduziert, sagte Cramer. Als weiteren Vorteil strich er den wegfallenden Motorenlärm hervor. «Die Umstellung macht gerade in den Wohnquartieren einen grossen Unterschiede aus.»

Die Post verfügt gemäss eigenen Angaben bereits heute mit rund 7200 elektrisch angetriebenen Rollern und Lieferwagen sowie Autos für Technikerinnen und Techniker über die grösste Elektrofahrzeugflotte der Schweiz. (sda/mj)