"Werbung soll in Zukunft individuell auf jeden einzelnen Konsumenten zugeschnitten werden", verkündet David W. Kenny, Chairman der Werbeagentur Digitas, gegenüber der New York Times. Sein Plan ist es, ein weltweites Netzwerk aufzubauen, das tausende verschiedene Versionen einer Werbung gestaltet und diese treffsicher der jeweiligen Zielgruppe zeigt.
Erst kürzlich sorgte der Jeanshersteller Levi's mit zwei unterschiedlichen Versionen eines TV-Spots für Aufsehen: Während der männliche Hauptdarsteller des Werbeclips zuerst das Aufsehen einer jungen Frau auf sich zieht, wird diese im alternativen Ende kurzerhand von einem blonden Schönling ersetzt. Die zweite Version soll homosexuelle Konsumenten ansprechen und läuft auf Logo, einem Sender, der ebenfalls auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist.
Laut Kenny könnte diese Individualisierung in Zukunft noch spezieller funktionieren. Die Produktion der Werbung könne in Billiglohnländer ausgelagert werden, wodurch die grössere Vielfalt finanzierbar wäre. Vor kurzem eröffnete Digitas-Eigentümer Publicis die Agentur Digitas Greater China, um im chinesischen Werbemarkt Fuss zu fassen, der laut Experten ein jährliches Wachstum von 20 Prozent aufweist. Diese grossen Produktionskapazitäten würden auch gebraucht, um genug Clips produzieren zu können und sich so endgültig von der Massenwerbung zu personalisierter Werbung weiterzuentwickeln, so Kenny. (pte)