Jugendliche pflegen echte Freundschaften persönlich

Bacardi-Studie - Social Media wird als "Zeitfresser" angesehen.

Eine Studie im Auftrag des Rumherstellers Bacardi untersuchte den Wert von Freundschaften im Zeitalter von Facebook und Co. bei 584 Schweizer Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren. Das Resultat überrascht: Unter guten Freunden spielt der persönliche Kontakt nach wie vor die grösste Rolle. Jeder zweite hat zudem mindestens einen guten Freund, der nicht in sozialen Netzwerken angemeldet ist. Drei Viertel der Befragten sieht in sozialen Netzwerken einen "Zeitfresser". Knapp 50 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Facebook und Co. süchtig machen und es schwer ist, auf sie zu verzichten – den 18- bis 24-Jährigen fällt dies noch etwas schwerer (53 Prozent) als den 25- bis 29-Jährigen (41 Prozent).

Obwohl der persönliche Kontakt zur Freundschaftspflege die wichtigste Rolle spielt, wird doch am häufigsten "unpersönlich" kommuniziert: per SMS, via soziale Netzwerke und erst an dritter Stelle bei persönlichen Treffen. Dabei bevorzugen Frauen SMS, Männer hingegen eine Verabredung oder einen Anruf. Die Hälfte der befragten Jugendlichen gibt an, zwischen 100 und 500 Facebook-Freunde zu haben. Von ihren durchschnittlich 219 Kontakten kennen sie 199 persönlich, zählen jedoch lediglich zehn davon zu ihren guten Freunden. Nach Ihren persönlichen Vorstellungen von einer guten Freundschaft befragt, spielt eine häufige Kommunikation bei den Jugendlichen aber eher eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger bewertet: gegenseitige Unterstützung, Vertrauen und Ehrlichkeit. Was die guten Freunde gerade im Moment machen, nehmen die Befragten als weniger wichtig für eine Freundschaft wahr.

Bei der Studie, die von der Agentur fischerAppelt und dem Forsa-Institut aus Deutschland durchgeführt wurde, ergaben sich kaum Unterschiede zwischen Westschweizern und Deutschschweizern. Der Ländervergleich mit Deutschland zeigt, dass sich unsere geographischen Nachbarn auf anderen sozialen Netzwerken tummeln als wir. 91 Prozent der Schweizer Jugendlichen zwischen 18 und 29 Jahren nutzen Facebook – Twitter und MySpace folgen weit abgeschlagen mit jeweils acht Prozent Benutzern. Die deutschen Jugendlichen bevorzugen neben Facebook (65 Prozent) die Plattform StudiVZ – dort sind 45 Prozent von ihnen angemeldet. Im Schnitt haben sie weniger Kontakte als die Schweizer: im Schnitt sind es 130 virtuelle "Freunde". Davon kennen die Befragten aus Deutschland 120 persönlich, bezeichnen sechs von Ihnen als gute Freunde.

Aufgrund der Resultate der Vorstudie zu dieser Befragung hat sich der international tätige Rumhersteller Bacardi dazu entschlossen, in seiner Kommunikation für 2011 auf dieses Thema aufzuspringen. Die aktuelle Werbekampagne zeigt Motive, die zu einem persönlichen statt digitalen Treffen aufrufen. In der Schweiz sind zudem diverse Events geplant, bei denen das reale statt virtuelle Zusammentreffen von Freunden und Kollegen unter dem Motto "Together" im Vordergrund steht (www.facebook.com/thebatwall).