Die Einkaufstour der Swisscom geht weiter. Der "blaue Riese" erwirbt die Lausanner Veltigroup und stärkt damit sein Firmenkundengeschäft in der Westschweiz. Rund 480 Mitarbeiter werden übernommen. Veltigroup sei eine geniale und exzellente Firma, schwärmte Swisscom-Chef Urs Schaeppi am Dienstag vor den Medien in Lausanne: "Mich beeindruckt das Wachstum des Unternehmens in einem umkämpften Markt."
Die Firma, die unter anderem stark im Bereich Netzwerke für Unternehmen und im Cloudgeschäft tätig ist, sei seit einigen Jahren um 20 Prozent pro Jahr gewachsen, sagte Veltigroup-Chef Nicolas Fulpius. Dagegen habe der Markt jährlich lediglich um rund 3 Prozent zugelegt. "Seit 2010 haben wir unsere Grösse verdoppelt", sagte Fulpius.
130 Mio. Fr. Umsatz
2014 dürfte der Umsatz rund 130 Mio. Franken erreichen. Die Betriebsgewinnmarge liege bei etwas über 10 Prozent. 80 Prozent des Umsatzes mache Veltigroup in der Westschweiz, den Rest in der Deutschschweiz, wo sie Büros in Zürich und Bern hat.
2014 dürfte der Umsatz rund 130 Mio. Franken erreichen. Die Betriebsgewinnmarge liege bei etwas über 10 Prozent. 80 Prozent des Umsatzes mache Veltigroup in der Westschweiz, den Rest in der Deutschschweiz, wo sie Büros in Zürich und Bern hat.
Mittlerweile habe die Veltigroup eine Grösse erreicht, die das Anlehnen an einen starken Partner wie die Swisscom erforderlich mache. Denn mit mit der Digitalisierung der Welt würden auch die Produkte immer grösser und komplexer, sagte Fulpius.
Das Internet der Dinge werde in wenigen Jahren über 200 Mio. Geräte miteinander verbinden, sagte Swisscom-Geschäftskundenleiter Christian Petit. "Heute kommunizieren Menschen miteinander, morgen auch Dinge", sagte Swisscom-Chef Schaeppi. Die digitale Revolution werde Produktions-, Logistik- und Finanzprozesse umwälzen und die Karten in der Wirtschaft neu mischen, sagte Petit.
Da will die Swisscom an vorderster Front mitmachen. Man dürfe das Feld nicht der Konkurrenz aus Amerika oder Israel überlassen. Die Swisscom sei heute vor allem bei Grosskonzernen und in der Deutschschweiz stark, habe aber Mühe bei den mittelständischen Unternehmen und in der Westschweiz. Hier sei dagegen Veltigroup stark. Man ergänze sich gut, sagte Petit. Die Veltigroup zähle namhafte Unternehmen wie die Genfer Palexpo zu ihren Kunden.
Kaufpreis geheim
Zum Kaufpreis wollte der Swisscom-Chef indes nicht Stellung nehmen: "Den verraten wir nicht." Die Swisscom übernehme von den rund 50 Aktionären alle Anteile an der 1995 gegründeten Veltigroup und alle 480 Mitarbeiter. Es gebe keinen Stellenabbau, sagte Petit. "Wir bemühen uns, die Leute zu behalten", sagte Schaeppi.
Die Wettbewerbskommission (Weko) habe dem Kauf bereits zugestimmt. Somit gehört die Veltigroup ab Januar 2015 zur Swisscom. Die Firma werde in einer ersten Phase eigenständig weitergeführt.
In dieser Zeit werde die Swisscom die DL Groupe, die sie vor einem Jahr erworben habe, in die Veltigroup integrieren, hiess es weiter. In einer zweiten Phase, voraussichtlich im Jahr 2016, werde die Veltigroup in den Geschäftsbereich Firmenkunden von der Swisscom integriert werden. (sda)