Kauft Microsoft doch Suchmaschine?

Yahoo - Jerry Yang zeigt sich verkaufsbereit.

Der Suchmaschinenbetreiber Yahoo hat seine Einstellung zu einer Übernahme durch Microsoft geändert. "Wir sind bereit, das Unternehmen zu verkaufen", heißt es unerwartet von Yahoo-CEO Jerry Yang, der sich seit Jahresbeginn den Microsoft-Deal gestemmt hatte. Den Sinneswandel dürfte das Scheitern der Werbe-Kooperation mit Google herbeigeführt haben.

Ende Januar hatte Microsoft ein konkretes Kaufangebot von 44,6 Milliarden Dollar oder 31 Dollar je Aktie für das Internetportal vorgelegt. Yahoo hatte die Offerte bislang als "unter Wert" abgelehnt. Seit Mai hat sich der Aktienkurs des Unternehmens mit minus 48 Prozent jedoch beinahe halbiert und schloss gestern bei 13,92 Dollar. Microsoft könnte mit der Yahoo-Übernahme zum jetzigen Zeitpunkt ein vergleichsweise preisgünstiges Schnäppchen machen. "Als sich Microsoft noch vor Monaten für Yahoo interessiert hat, lag der Kurs auf einem beträchtlich höheren Niveau. Im Übernahme-Poker wird es aller Voraussicht nach zu Neuverhandlungen kommen", so ein Analyst.

"Das Beste, was Microsoft heute tun kann, ist, Yahoo zu kaufen", sagt Jerry Yang und fordert ein neues Kaufangebot von Microsoft. Zuvor hatte Internetriese Google die geplante Internet-Werbekooperation mit Yahoo endgültig platzen lassen. Die Bedenken von Wettbewerbsbehörden und Anzeigenverbänden hätten das Geschäft zum Scheitern gebracht. Yahoo wäre im Gegensatz zu Google jedoch auch bereit gewesen, die angestrebte Partnerschaft vor Gericht durchzufechten. Branchenexperten halten Yahoo ohne eine Kooperation im Wettbewerb mit den beiden Konzernen für chancenlos. (pte)