29.02.2012

Affichage

Kehrt in Gewinnzone zurück

Fokussiert auf den Heimmarkt Schweiz.

Die als APG bekannte Plakatgesellschaft Affichage hat sich von der gescheiterten Auslandexpansion erholt und den ersten Gewinn seit zwei Jahren erzielt. Auch beim Namen kehrt das Unternehmen zu den Wurzeln zurück, dafür könnte sich im Aktionariat bald einiges bewegen. 150 Millionen Franken hat Affichage in Südosteuropa, insbesondere in Rumänien und Griechenland, in den Sand gesetzt. Das führte 2009 und 2010 unter dem Strich zu Verlusten von 59,1 Millionen und 52,3 Millionen Franken. 2011 sei mit einem Gewinn von 41,8 Millionen Franken die Trendwende gelungen, sagte Konzernchef Daniel Hofer am Mittwoch vor den Medien in Zürich.

Nach zweijährigem Unterbruch erhalten die Aktionäre auch wieder eine Dividende. Pro Aktie sind es 7 Franken. Das Ausland-Portfolio sei weitgehend bereinigt, sagte Hofer. Aus Bulgarien, Ungarn, Italien und Bosnien-Herzegowina hat sich das Unternehmen zurückgezogen. An der serbischen Tochter will Affichage festhalten, weil diese klare Marktführerin sei, über eine moderne Infrastruktur und ein stabiles Management verfüge.

Restanzen in Griechenland und Rumänien

In Griechenland und Rumänien geriet Affichage dagegen an dubiose Geschäftspartner: teils existierten angegebene Plakatwände gar nicht, es folgten Rechtsstreitigkeiten. Mit dem Chef der rumänischen Tochter wurde inzwischen vereinbart, dass Affichage dessen 30-Prozent-Anteil übernimmt und er die Gesellschaft bis Ende März kaufen kann. Die bereits abgeschriebene Tochter soll mittelfristig so oder so veräussert werden. In Griechenland hat Affichage die Verkaufstätigkeiten eingestellt und das Personal entlassen, versucht aber noch Guthaben einzutreiben.

Affichage sei zwar noch nicht auf dem Gipfel zurück, aber die Perspektiven seien deutlich heller, sagte Hofer, der Mitte 2010 die Konzernleitung von Christian Kauter übernommen hatte. Hofer kam von der NZZ, inzwischen sind zwei weitere Manager vom Zürcher Verlagshaus in die Affichage-Konzernleitung gekommen. Als letzter der "alten Garde" wird nun noch der Finanzchef abgelöst.

Fokus auf Heimmarkt

Affichage fokussierte unter der neuen Führung wieder auf den Heimmarkt Schweiz. Während der Umsatz im Ausland letztes Jahr um 30,9 Prozent zurückgefahren wurde, stieg er in der Schweiz um 8,3 Prozent. Dazu trugen die Werbungen im Rahmen der Eidgenössischen Wahlen mit gegen 12 Millionen Franken bei. Der Konzernumsatz wuchs um 2,5 Prozent auf 311,8 Millionen Franken.

Neben dem Hauptgeschäft mit Plakatwänden will Affichage den Kunden künftig "aus einem Guss" Werbeflächen in Verkehrsmitteln, Flughäfen, Bergdestinationen und an grossen Installationen wie Baugerüsten anbieten. Vorantreiben will das Unternehmen zudem insbesondere die Digitalisierung mit Grossbildschirmen. Um den Wandel zu unterstreichen, nennt sich das Unternehmen durchwegs wieder APG/SGA und greift damit auf die anhaltende Bekanntheit der Allgemeinen Plakatgesellschaft zurück: "Affichage kennt neben Analysten und Journalisten niemand", sagte Hofer.

Stimmrechtsbeschränkung soll weg

Die Auslandambitionen hat das Unternehmen begraben. Stattdessen wird es dereinst möglicherweise selber zum Übernahmeziel. Die Hauptaktionärin, die weltgrösste Aussenwerberin JCDecaux, hat zwar solche Absichten bislang stets zurückgewiesen. Der von Jean-François Decaux präsidierte Verwaltungsrat will nun aber an der nächsten Generalversammlung die Stimmrechtsbeschränkung von 5 Prozent streichen lassen. JCDecaux hält 30 Prozent der Aktien. Ab einem Drittel der Anteile würde eine Kaufofferte nötig. (sda)


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