Klare Ansage vom Bundesrat gefordert

Veranstaltungsverbot - Andreas Angehrn, CEO von Ticketcorner, befürchtet einen immensen finanziellen Schaden, sollte der Lockdown zu lange dauern. Der Point of no Return betrage bei Sommervanstaltungen in der Regel 60 bis 75 Tage vor dem Anlass.

Veranstalter würden in existentielle Schwierigkeiten geraten, wenn der Locktown zu lange dauert, befürchtet Andreas Angehrn, CEO von Ticketcorner, gemäss SonntagsBlick. Deswegen erwartet er vom Bundesrat eine klare Aussage zum Grossveranstaltungsverbot. Dies würde den Veranstaltern Rechts- und Planungssicherheit garantieren, so Angehrn.

Der Point of no Return betrage bei Sommervanstaltungen in der Regel 60 bis 75 Tage vor dem Anlass. Die Konsequenzen der Stillegung seien momentan nicht absehbar, da die Dauer des Veranstaltungsverbot noch nicht abgeschätzt werden könne. Der finanzielle Schaden sei gemäss Angehrn aber immens. Viele Veranstalter und auch Sportvereine gerieten durch die ganze Krise in eine existentielle Bedrohung, wenn der Lockdown zu lange dauern würde. Man vergesse gerne, dass hinter den einzelnen Shows und Sportevents eine ganze Lieferkette von Securityfirmen bis lokalen Handwerkern bestünde, so der CEO von Ticketcorner.

Ist für 2020 ausgefeiert?

Gegenüber dem SonntagsBlick prophezeit André Béchir, einer der Schweizer Konzertpioniere: «Für dieses Jahr ist ausgefeiert. Grossanlässe mit über 3000 Menschen können 2020 wohl nicht stattfinden. Und Open Airs schon gar nicht.» Bei Ticketcorner, an welchem Ringier hälftig beteiligt ist, entfallen 1,5 Millionen Eintrittskarten alleine für die Open Airs und Festivals in diesem Sommer.

Auch beim Verband Schweizer Veranstalter (SMPA) hofft man auf den Bundesrat. Die Landesregierung will gemäss Gesundheitsminister Alain Berset am 29. April über das weitere Vorgehen entscheiden. Gemäss SMPA-Präsident, Christoph Bill, löse dessen Zuwarten aber in der Szene «Verzweiflung» aus. «Wir können weder absagen noch sicher sein, ob wir unsere Anlässe durchführen dürfen», so Bill. Übrig bleibe eine Risikoabwägung. So könnten viele Verträge mit Künstlern erst mit dem Verweis «höhere Gewalt» aufgelöst werden, wenn ein nationales Event-Verbot gälte. (ma)