Bald könnte eine Magafusion über die Bühne gehen. Orange und Sunrise wollen fusionieren. Die Mutterkonzerne in Frankreich und Dänemark gaben am Mittwoch die Aufnahme von entsprechenden exklusiven Verhandlungen bekannt.
Die Orange-Muttergesellschaft France Télécom bezahlt der dänischen Sunrise-Besitzerin TDC 1,5 Mrd. Euro. Sie wird 75 Prozent der gemeinsamen Gesellschaft halten, während TDC einen Anteil von 25 Prozent hält, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Mit dem neuen Unternehmen wollen die beiden Muttergesellschaften den führenden Swisscom-Konkurrenten im Schweizer Telekommarkt schaffen. Durch den Zusammenschluss und die Integration von Sunrise und Orange Schweiz erwarten sie Synergien im Umfang von 2,1 Mrd. Euro (3,2 Mrd. Franken). Der Vollzug der Transaktion ist von der Zustimmung durch die Wettbewerbskommission abhängig.
Der Verwaltungsrat der neuen Firma werde aus Vertretern von TDC und der France Telecom bestehen, wobei die Mehrheit der Sitze von France Télécom besetzt werde. Thomas Sieber soll Geschäftsführer des neuen Unternehmens werden. Christoph Brand bleibt Sunrise-Chef bis zum Abschluss der Transaktion. Danach werde er den Beginn des Integrationsprojekts überwachen, bevor er sich neuen beruflichen Aufgaben ausserhalb der Gruppe widme.
Die Aufnahme von konkreten Verhandlungen über eine Fusion von Orange Schweiz und Sunrise stellt für den grössten Schweizer Telekommunikationsanbieter Swisscom keine Überraschung dar. Eine gewisse Annäherung habe es ja bereits zuvor gegeben, sagte Swisscom-Sprecher Sepp Huber auf Anfrage der AP. Falls die Fusion zu Stande komme, werde eine weitere Dynamisierung des Marktes erwartet. Von dem verstärkten Wettbewerb profitiere der Kunde, was von der Swisscom begrüsst werde. "Wir sehen uns gut gerüstet", sagte Huber.
Die Fusion wird auch von der Wettbewerbskommission (Weko) geprüft werden. Auf Grund der Umsätze der beiden Unternehmen sei ein Zusammenschluss meldepflichtig, sagte der stellvertretende Direktor des Weko-Sekretariats, Patrik Ducrey. Man werde sich das sicher gut anschauen. Weitere Angaben über mögliche Konsequenzen könnten zurzeit aber nicht gemacht werden. Die Weko hat sich bisher auf dem Telekommunikationsmarkt vor allem mit der Rolle des ehemaligen Monopolisten befasst und kürzlich eine Busse von 220 Millionen Franken wegen Verstössen der Swisscom gegen das Kartellgesetz bei der Preispolitik für die schnellen Internet-Verbindungen bis Ende 2007 ausgesprochen. (sda, ap)