Konkurrenzkampf im Detailhandel bringt Umsatzeinbusse

IHA-GfK - Detaillierte Absatzzahlen unerwünscht.

Das Marktforschungsinstitut IHA-GfK hat im Jahr 2005 weniger Umsatz erzielt. Der Rückgang von 89,7 auf 63,3 Mio. Fr. ist gemäss Unternehmen auf geringere Umsätze bei Detailhandels-Erhebungen sowie den Verkauf der Pharma-Erhebungen zurückzuführen.

Der Umsatz sei nicht mit jenen der Vorjahre zu vergleichen, hiess es an der Medienkonferenz vom Mittwoch. Die vom Hergiswiler Marktforscher an die IMS Health verkauften Umsatzerhebungen im Pharmamarkt haben ein Umsatzvolumen von rund 20 Mio. Franken.

Die zweite Ursache traf auch andere Marktforscher. Bisher durften sie den Kunden detaillierte Zahlen über den Verkauf von Marktenartikeln bei den grössten Schweizer Detailhändlern (Migros, Coop, Denner u.a.) bekannt gegeben. Mit dem Auftreten ausländischer Billiganbieter (Aldi, Lidl) hat sich das geändert.

Keine Zahlen über

Die Händler wollen nicht mehr, dass detaillierte Absatzzahlen für einzelne Artikel bekannt gegeben werden. Damit könnten sich die billigen Konkurrenten den Sortimentsentscheid zwischen "Rennern" und "Pennern" (gut und schlecht laufenden Artikeln) zu einfach machen.

Für die Abnehmer der Auswertungen des Detailhandels sind die Zahlen daher weniger aussagekräftig und weniger wert. Sie wollen deshalb auch nur noch die Hälfte zahlen, so Peter Hofer, Konzernchef der IHA-GfK. Hofer schätzt, dass der Branchenumsatz im letzten Jahr um rund 10 Prozent zurückgegangen ist.

Als Erfolg werten die Marktforscher, dass sie ihre Position als Nummer 1 in der Schweiz halten konnten. Zwar sank ihr Marktanteil - vorab wegen des Verkaufs der Pharmaerhebungen - von 39 auf 31,1 Prozent. Sie liegen aber immer noch deutlich vor dem Branchenzweiten LINK mit 15,5 Prozent.

2006 kein grosses Wachstum zu erwarten

CEO Hofer glaubt, dass der Markt in der Schweiz, bedingt durch billigere Befragungsmethoden und zusätzliche Konkurrenten, im laufenden Jahr nicht stark zulegen wird. Für IHA-GfK erwartet er eine leichte Zunahme des Umsatzes. IHA-GfK beschäftigt in der Schweiz 303 (299) Festangestellte, 350 Telefoninterviewer sowie etwa 400 Feldinterviewer. Insgesamt entspricht das rund 550 Vollzeitstellen. .