Die Delegierten des Schweizer Branchenverbands Wein (SWB) haben sich für einen Konkursaufschub entschieden, um die Swiss Wine Communication AG zu retten. Weil sich der SWB-Präsident und sein Vize nicht durchsetzen konnten, nehmen sie den Hut.
Die am Freitag in Bern versammelten SWB-Delegierten stimmten gegen den Vorschlag ihrer beiden Vorsitzenden Daniel Allamand und Thierry Grosjean, welche die Vermarktungsfirma mit 2 Millionen Franken rekapitalisieren wollten. Sie seien deshalb zurückgetreten, sagte SWB-Präsident Grosjean der Nachrichtenagentur SDA.
Eine Rekapitalisierung hätte laut Grosjean die Vermarktungsfirma auf eine solide Basis gestellt, was eine Neulancierung erlaubt hätte. Der Konkursaufschub, der bis spätestens am 17. Februar bei einem Berner Richter beantragt werden muss, gebe Swiss Wine Communication aber auch eine Chance, sagte Grosjean.
Missmanagement
Die Schwierigkeiten von Swiss Wine Communication gehen auf Missmanagement zurück, was dessen Direktor Jürg Bussmann im Dezember zum Rücktritt bewog. Die Werbung sei zwar gut gewesen, doch habe es zuviel Arbeit gegeben und Bussmann sei überlastet gewesen, sagte Grosjean.
Das Budget von 5 Millionen Franken für 2005 wurde mit 2,4 Millionen Franken überschritten. Mit rund 200 000 Franken beigetragen zu diesem Defizit haben die Swiss Wine Bars in Bern, Lausanne, Genf und Brüssel. Doch diese bilden laut Grosjean eine ausgezeichnete Visitenkarte.
Bundesgelder
Swiss Wine Communication wurde Anfang 2004 als Branchenunternehmung operativ. Sie wurde geschaffen, weil laut dem seit 1. Januar 2004 gültigen neuen Landwirtschaftsgesetz der Absatz von Schweizer Wein auch im Inland mit Bundesgeldern subventioniert wird. Zuvor hatte der Bund nur die Exportpromotion unterstützt.