Konzern-Chef Hainer verteidigt Olympia-Sponsoring

Adidas - Forderungen von Menschenrechtsorganisationen abgelehnt.

Adidas Chef Herbert Hainer verteidigt das Sponsoring-Engagement in der Höhe von 70 Millionen Euro für die Olympischen Spiele in Peking. Er sieht trotz dem Tibet-Konflikt keinen Grund, sich aus den finanziellen Verpflichtungen zu lösen und wehrt sich gegen die Forderungen von Menschenrechtsorganisationen, die von Adidas ein Statement zu Menschenrechtsfragen und zum Dialog Chinas mit dem Dalai Lama erwarteten. Adidas werde sich nicht in die Politik hineinziehen lassen, erklärte er im Interview mit dem "Spiegel". "In Spanien müssten wir uns gegen die Eta aussprechen, in den USA der Regierung sagen, was wir von Guantanamo halten", so Hainer weiter.

Seiner Meinung nach haben die Pro-Tibet-Aktivisten, die den Fakellauf störten, die Meinungsfreiheit missbraucht. Die Demonstranten seien zu weit gegangen und hätten kein Recht gehabt, den Lauf mittels Gewalt zu unterbrechen oder die Flamme zu löschen. Er habe keine Gewissensbisse, wenn auch die paramilitärischen chinesischen Sicherheitskräfte, welche die Demonstranten beim Fackellauf attackierten, mit Turnschuhen und Anzügen von Adidas ausgestattet waren. Die Olympischen Spiele seien seit Jahrzehnten Teil der Marke. Der Sport müsse bereit sein, sich mit Ländern auseinanderzusetzen, die noch nicht die demokratischen Wertvorstellungen teilen.