Künstler bringen neues, agiles Licht ins Dunkel

Projektil - Massgeschneiderte Lichtkleider für Gebäude, Leute, Theaterstücke.

Seit einigen Monaten setzt eine Zürcher Agentur neue Massstäbe in Sachen Lichtspiele: Roman Beranek und Jonas Staub vom Visual-Art-Entertainment-Büro Projektil bestrahlen Gebäude, Wände und Theaterkulissen auf agile, ungewöhnliche Art und schrecken vor keiner Herausforderung zurück.

Ihre Vereinigung von Grafik, Video und 3D-Animation will Emotionen wecken und den Betrachter in das Geschehen mit einbeziehen. 2009 hat Projektil unter anderem mit einer Visual Art Show den Innenhof des Landesmuseum zu neuem Leben erweckt, ein virtuelles Bühnenbild für die Neuinszenierung von "Eusi Chlii Stadt" gestaltet, in Doha, Katar, diverse Gebäude zu Anlass des Nationalfeiertages bespielt, eine Guerilla-Werbeaktion für Terre des Hommes umgesetzt und das Stadthaus von Gouda beleuchtet.

Roman Beranek, Gründer von Projektil, sieht die Vertiefung der Interaktion zwischen Geschehen, Zuschauer und Projektion als zentrales Element kommender Projekte. Für die Januar-Ausgabe von TonhalleLate wurden bereits Raumscans und Frequenzanalyse der Live-Musik als Teil des Projektionsdesigns eingesetzt. Die Möglichkeiten sind beinahe unbeschränkt“, erklärt Jonas Staub, Mitgründer und technischer Leiter des Künstlerkollektivs.

Zuletzt, am 29. Januar 2010, liess Projektil für TonhalleLATE Video und 3D-Animation zu einem Ganzen verschmelzen. Die charakteristischen Fenster und die mit oktagonalen Akustikpaneelen bestückten Decken der alterwürdigen Räumlichkeiten wurden mit massgeschneiderten Projektionen bespielt. Echtzeitvisuals, basierend auf Frequenzanalyse und Raumscans, begleiteten die DJ Sets von Drum Poet, Soul Tourist und Alex Dallas. Für die Visuals von Terry Lynn und Kingston Logic wurde die Projektionsmatrix als Mittler genutzt, um das Material nahtlos in die raumangepasste Multi-Beamer-Projektion zu integrieren. Das Ganze lässt sich hier in bewegten Bildern nachvollziehen.