Die Kult-Motorradmarke Harley-Davidson hat die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftsflaute mit voller Breitseite abbekommen. Durch den Austausch der kompletten Führungsriege soll der 105 Jahre alte Konzern nunmehr wieder auf Kurs gebracht werden. Ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen und Restrukturierungsmassnahmen innerhalb des Unternehmens können damit dennoch nicht verhindert werden.
Nach einem Einbruch des Nettogewinns um mehr als ein Drittel auf rund 117 Mio. Dollar im ersten Quartal bedarf es der US-Marke nach der Meinung von Experten in erster Linie einer Verjüngungskur. Im Zuge der Restrukturierung übernimmt der 59-jährige Keith Wandell die Führung bei Harley-Davidson. Dass er das Unternehmen für eine jüngere Zielgruppe interessanter machen kann, wird jedoch bezweifelt.
"Alte Technik für noch ältere Kunden", schreibt etwa der "Spiegel". Dem schwer angeschlagenen Motorradbauer mangle es an Inspiration. Zudem leide er an einer "Vergreisung der Kundschaft". Angesichts der in den USA spürbaren Konsumflaute verkaufe sich "Luxus-Spielzeug" für die ältere Generation nur schwer.
Im Produktsortiment von Harley-Davidson dürften sich neben den gewohnten Flaggschiffen daher in Zukunft "jüngere und sportlichere" Modelle finden. Neben der Kostenreduktion will das Unternehmen mit einer neuen Zielgruppenausrichtung durch die Krise steuern und etwa mit Sportmaschinen künftig auch jüngere Männer und Frauen ansprechen. (pte)