Label "aus der Region" vom Konsumentenschutz kritisiert

Migros - Lange Transporte für Poulets und Eier.

Rund 8000 Produkte - von Gemüse über Früchte, Eier und Milch bis hin zu Fleisch - versieht die Migros mit dem Label "Aus der Region. Für die Region". Damit vermittelt sie den Konsumenten Nähe, Qualität, Transparenz und vor allem Umweltschutz (kurze Transportwege). Das kommt an. Mit dieser Linie erwirtschaftet die Migros mittlerweile 750 Millionen Franken. In der Regel scheint sie ihr Regio-Versprechen auch einzuhalten. Nicht so jedoch bei Eiern und Poulets. Zumindest nicht überall. Gemäss einem Bericht des "Tages-Anzeigers" dauern die Transportwege für Hühner vom Bauernhof zum Schlachthof bis zu zwei Stunden - und zurück in die Ladenregale noch einmal so lang. Ähnliches gilt für die Eier, die von den Höfen zu den Prüfstellen und dann zu den Verkaufsstellen gekarrt werden müssen.

Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert das nun. Die Migros werbe explizit mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung. Im Falle der Eier und Poulets halte sie sich aber nicht an die Regel, wonach mindestens zwei Drittel der Wertschöpfung in der Region erbracht werden müsse. Kommt dazu, dass die Migros gemäss "Tages-Anzeiger" Alternativen hätte, die Produkte aber dennoch durch die halbe Schweiz transportiere. "Die Migros muss die Praxis bei den Transportwegen dringend korrigieren, sonst setzt sie die Glaubwürdigkeit aufs Spiel", wird Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz im "Tages-Anzeiger" zitiert. Die Migros begründet die langen Wege damit, dass es in der Schweiz zu wenig Schlachthöfe gebe. Zudem seien die Transportwege im europäischen Vergleich immer noch "sehr kurz".