Labor und Begegnunsort mit "Wow-Effekt"

Suisse Emex - Eine Tour von Zauberkünsten bis ins digitale Klassenzimmer.

Am Dienstag, 20. August, hat die grosse Schweizer Marketingmesse Emex zum siebten Mal ihre Pforten eröffnet. Das Management um Geschäftsführerin Ewa Ming hat Pressevertreter zur Eröffnung geladen und verspricht bereits im Voraus unter neuartigen Trends auch eine Weltneuheit als Höhepunkt.


Ewa Ming eröffnet die siebte Suisse Emex.

Neue Dialogformen für enge Kundenbeziehungen
Daniel Brüngger, Moderator Emex Marketing Forum, begrüsst die Anwesenden und stellt das diesjährige Thema der Messe vor: "Unternehmenspositionierung - quo vadis future". Nach einer kurzen Überleitung, erklärt Ewa Ming, was die Organisatoren unter dem Titel verstehen. Die Interaktion mit den Kunden sei heute mehr denn je von essentieller Bedeutung, die Unternehmen stünden vor grossen Veränderungen und eine enge, erfolgreiche Beziehung zur Kundschaft aufzubauen, bedürfe neuartiger Dialogformen. Diese könnten an der Emex erkundet und bestaunt werden. Dazu stellt sie Programmhöhepunkte wie anstehende Diskussionsforen, Impulsreferate sowie Feierlichkeiten vor.

Seminar-Bistro mit "heissem Stuhl"
Die Geschäftsführerin sieht die Messe insbesondere als Expertentreffpunkt in Sachen Marketingkompetenz. Die Emex verstehe sich auch als Matchmaker in Business, oder als B2B-Begegnungsplattform.


Messe als Begegnunsort: Eine der zahlreichen Lounges.


Grosszügige Messestände mit technischen Raffinessen. 

Es stehen verschiedene Diskussionsforen zur Verfügung, in denen Interessierte und Involvierte über die neusten Errungenschaften aus der vernetzten Marketingwelt diskutieren können. Etwa das Seminar-Bistro, an dem Leute aus der Branche eingeladen sind und Experten-Pannels auf dem "heissen Stuhl" stattfinden.


Das Bistro-Seminar mit dem heissen Stuhl.

"Mehr Briefe schreiben"
Als Besucher-Magnet nennt Ming das Wirkungslabor der Schweizerischen Post, welcher das Direct Marketing in den Mittelpunkt stellt. "Man sollte wieder mehr Briefe schreiben", fordert sie stellvertretend auf.


Wirkungslabor der Post.
Genau dort macht der Medienrundgang nach der Begrüssungsansprache als erstes Halt. Jan Remmert, Leiter Marketing Post Mail, erklärt die Wichtigkeit des direkten Dialogmarketings und stellt in diesem Zusammenhang den Zauberer Christian Bischof, seines Zeichens Schweizermeister der Zauberkunst vor, der vor den Anwesenden ein Zauberkunststück mit Jasskarten vorführt.


Briefsendungen und Zauberkunst.

Nach dem Ziehen einer Karte durch einen der Gäste erklärt der Magier den Zusammenhang zwischen den Barcodes, die auf Briefumschlägen zu finden sind und dem Stapel Jasskarten, die er in der Hand hält. Diese sind an den Seiten ebenfalls mit einer Art Barcode versehen und bilden beim Mischen den Begriff "Direct Marketing". Die Pointe: Bei der Kundenbindung führt kein Weg am persönlichen Dialog vorbei – gezieltes und wirkungsstarkes Post-Mailing gehört dazu.

Beim Verschicken von Briefmeldungen können die Absender nicht nur auf verschiedene Papiersorten und –formen zugreifen, sondern auch riechende oder gar schmeckende Sendungen können zum Empfehlungsmarketing beigezogen werden. Im Papierlabor erklärt Remmert die postalischen Kombinationen, die durch das breite Angebot der Post möglich ist.

Das ABC des digiatel Marketing erlernen
Der Rundgang geht weiter, die nächste Station heisst: Digitales Klassenzimmer. In einer Ecke ist ein Klassenzimmer samt Schiefertafel und Holzbänke eingerichtet, welches nicht sonderlich "digital anmutet". Der Raum dient während der Messe als Lehr- und Lernraum, wo das ABC des digitalen Marketing vermittelt werden soll.


Das digitale Klassenzimmer wird von den Gästen in Beschlag genommen.

Zu den Lehrpersonen, die das Handwerk des digitalen Marketing, den Besuchern näher bringen sollen, gehören unter anderen Matthias Thomann, Werbemarktleiter online von Axel Springer Schweiz, Evelyn Leu, Training Specialist Google Switzerland, Daniel Brüngger, Emea Service Line Manager Marketing Communication Services Canon Europe sowie Sebastian Drews, Principal Consultant Namics. Der Lehrplan der kommenden Tage beinhaltet Themen wie Native Advertising, Messbarkeit von digitaler Kommunikation, Branding in digital times oder der Einsatz von Bewegtbildern in der crossmedialen Werbung.

Scannen und drucken in 3D
Ein weiterer Besuch statten die Medienschaffenden dem Unternehmen 89Grad ab. Die Berner Startup-Firma ist im Bereich Innovation und Prototyping angesiedelt und hat sich auf den 3D-Druck spezialisiert.


Der 3D-Drucker "leimt" eine Plastikfigur.

Den Anwesenden wird vor Ort demonstriert, wie ein gewünschtes Objekt – wahlweise ein Sackmesser oder eine Menschenbüste – zuerst eingescannt und danach durch einen 3D-Drucker in der dritten Dimension gedruckt oder besser „geleimt“ wird. (Persoenlich.com sprach mit Ramun Berger von 89Grad, ein Beitrag dazu erscheint diese Woche.)


So sieht das Resultat aus.

Luftgestützte Weltneuheit
Der nächste und letzte Halt der Führung findet bei Expo-Former statt. Das Unternehmen ist mit seiner Weltneuheit vor Ort und präsentiert diese gleich vor versammelter Gästeschar: Aufblasbare Messewände in allen Grössen, Formen und Farben.


Die Weltneuheit lässt sich falten...


...aufblasen...


...und leicht transportieren.

Um in Zukunft Messestände gleich in Rekordzeit aufzubauen braucht es keine grossen Transportwagen und Aufbauteams mehr – die luftgestützten Displays bedürfen nur einer Pumpe, zweier Leute zur Montage und eines Kleinbusses für den Transport.

"Zuerst ist alles neu und beschert 'Wow-Erlebnisse'!"
Ming ist sichtlich stolz über die Vorführung der Neuheit, angesprochen auf ihr persönliches Messe-Highlight, nennt sie jedoch die Messe als Gesamtwerk als Höhepunkt. "Ich hatte persönlich noch gar keine Zeit, mir alle Stände anzuschauen", meint die Managerin, die das ganze Jahr über den dreitägigen Anlass vorbereitet. 

 

Was Ming jedes Jahr wieder aufs neue überrascht und beeindruckt, ist die Rückwirkung auf die Messe: "Zuerst ist immer alles neu und ruft 'Wow-Erlebnisse' hervor und dann schleichen sich die an der Messe vorgestellten Gadgets in unseren Alltag ein." Vor einigen Jahren sei Twitter an der Emex vorgestellt worden. Damals habe kaum jemand gewusst, was es mit dem Kurznachrichten-Dienst auf sich hat und heute sei es kaum mehr weg zu denken. "Es ist erstaunlich wie schnell sich alles verändert und welche Trends und Neuheiten immer wieder zum Vorschein kommen." Gespannt ist die Unternehmerin, die ein Team von vier Leuten um sich schart, insbesondere auf die Reaktion auf das digitale Klassenzimmer und wie hoch die Hemmschwelle der Leute sei, sich dort reinzusetzen.

Text und Bilder: Lea Friberg