Frauen mit Führungsverantwortung haben meistens "Spass am Umgang mit der Macht". Das ergab eine Umfrage der Akademie für Führungskräfte in Bad Harzburg in Kooperation mit dem internationalen Management-Netzwerk EWMD (European Women's Management Development International Network) in Europa, mit Schwerpunkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 78.3 Prozent von 270 befragten Managerinnen sagen ganz bewusst "Ja, ich habe Lust an der Macht!" 13.2 Prozent wollen sich nicht festlegen. Nur eine Minderheit von 8.5 Prozent verneint die Lust an der Macht.
Die meisten (34.9 Prozent) definieren für sich das abstrakte Wort Macht als Möglichkeit, "Dinge bewegen und verändern zu können". Andere Umschreibungen sind "Einfluss ausüben können" (21.6 Prozent") oder "Sozialkompetent und verantwortlich handeln". Die Definition "Verantwortung für Menschen übernehmen" verbinden immerhin 19 Prozent mit dem Begriff "Macht". Den Umkehrschluss "Nur wer machtbewusst ist, kann Führung übernehmen", akzeptieren die meisten Frauen allerdings nicht. Dieser Aussage wollen wesentlich weniger als die Hälfte (39.4 Prozent) zustimmen.
68 Prozent aller Chefinnen fühlen sich von männlichen Kollegen unterschätzt
Ist der Chef eine "Sie", haben Männer anscheinend immer noch bewusst oder unbewusst Probleme. Zumindest registrieren die befragten Frauen Vorbehalte und Abwehrmechanismen. So hat jede in ihrem Berufsleben Widerstände erlebt, wenn sie sich als Führungskraft gegenüber Männern durchsetzen musste. Vor allem fühlen sich die Frauen unterschätzt: 68.1 Prozent aller Befragten geben an, gegen diese subversive Form des Widerstandes ankämpfen zu müssen. 29.3 Prozent, also fast jede Dritte spürt den deutlichen Neid ihrer Kollegen.