Nach der Zusammenlegung ihrer beiden Buchhandels-Gesellschaften geben die Vertreter von Orell Füssli und Thalia erstmals Auskunft zur neuen Strategie. Im Gespräch mit der "Schweiz am Sonntag“ sagt Michele Bomio, Geschäftsführer der neuen Orell Füssli Thalia AG, die Marke "Orell Füssli“ sei für den gemeinsamen Auftritt "prädestiniert“.
Sie repräsentiere als Schweizer Marke Werte, die der Schweizer Kundschaft bekannt sei. Mittelfristig wird daher auf den Gebrauch der Marke "Thalia“ verzichtet. Allerdings geschehe die Umstellung Schritt für Schritt, damit keine Kunden verunsichert würden.
Zudem wolle man wieder vermehrt auf lokale Marken wie "Stauffacher“ in Bern und "Rösslitor“ in St. Gallen setzen, sagt Michel Kunz, der das neue Joint Venture präsidiert. Dieses werde rund 230 Millionen Franken Umsatz machen und einen Marktanteil von 27 Prozent am Büchermarkt erreichen, sagt Kunz.
Weitere Übernahmen oder Filialeröffnungen seien nicht ausgeschlossen, sagt Kunz. So gebe es etwa in Luzern oder Zug noch "weisse Flecken". Man habe aber nicht vor, an solchen Orten den Platzhirsch anzugreifen.
Kein Thema sei für Orell Füssli auch eine Expansion ins Ausland. Die Zusammenarbeit mit Thalia beschränke sich ganz auf die Schweiz. ("Schweiz am Sonntag")