17.03.2013

Migros

Markenhersteller lobbyieren gegen den orangen Riesen

Laut Promarca-Umfrage droht Migros zu mächtig zu werden.

Die Migros droht zu mächtig zu werden. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des Markenartikelverbandes Promarca, wie die Zeitung "Der Sonntag" berichtet. "Unsere rund hundert Mitglieder sprechen sich deutlich gegen die Aufhebung der Weko-Auflagen aus", sagt Direktorin Anastasia Li. Dabei handelt es sich um die Auflagen, welche die Wettbewerbskommission (Weko) Migros 2007 machte, damit diese den Discounter Denner übernehmen durfte – mit der Intention, dass die Migros nicht zu mächtig wird, insbesondere beim Einkauf. Die Auflagen sind bis 2014 gültig. Doch ein Passus erlaubt es der Migros, eine vorzeitige Aufhebung zu beantragen, sobald die deutschen Discounter Aldi und Lidl zusammen 250 Filialen aufweisen. Dies ist mittlerweile der Fall. Die Aufhebung geschieht allerdings nicht automatisch.

Die Weko befragt seit einigen Wochen Lieferanten und Konkurrenten, ob und wie die Marktkonzentration aufgeweicht wurde. Die Stimme der Promarca hat Gewicht. Sie umfasst Firmen wie Nestlé, Unilever oder Procter & Gamble. Die von der Weko definierten Auflagen seien weiterhin unverzichtbar, sagt Promarca-Direktorin Anastasia Li im "Sonntag". "Nur der Erhalt von Denner als eigenständigen Absatzkanal kann die weitere Stärkung der duopolistischen Struktur im Schweizer Detailhandel verhindern. Bei der Aufweichung auch nur einzelner Auflagen droht die schleichende Integration von Denner in die Migros und damit das Verschwinden eines selbstständigen Absatzkanals." In ihrer Antwort an die Weko fordert Li gar eine Verlängerung der Auflagen über 2014 hinaus. Laut Weko-Vizedirektor Patrik Ducrey sollte ein Entscheid noch vor den Sommerferien gefällt werden. (Der Sonntag)


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