Marketing soll intensiviert werden

Schweizer Zuckerfabriken - Verbesserung der Marktstellung.

Die Schweizer Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF) wollen ihre Marktstellung durch mehr Marketing und die Suche nach neuen Zuckerprodukten stärken. Verwaltungsratspräsident Jürg Rückert will auch eine Vermarktung im Ausland längerfristig nicht ausschliessen. Anlässlich der ZAF-Generalversammlung am letzten Freitag in Frauenfeld konnten die Schweizer Zuckerfabriken für das Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende September) mit einem Rekordergebnis aufwarten: Mit über 1,6 Millionen Tonnen Rüben lag die Ernte 2009 um 50'000 Tonnen über jener des Vorjahres.

Aus dieser Rekordernte wurden 258'226 (2008: 256'647) Tonnen Zucker. Allerdings stösst die ZAF damit an ihre Kapazitätsgrenzen, weil der Inlandverbrauch an Zucker bei 240'000 Tonnen liegt. Würde auch in den nächsten Jahren soviel Zucker produziert wie 2008 und 2009, so müssten die ZAF laut VR-Präsident Rückert Zucker exportieren. Das aber sei nicht mit den Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO vereinbar. Die Zuckerproduktion wird deshalb 2010 auf 210'000 Tonnen gesenkt.

Vorerst aber sollen die Marketing- und Lobbyanstrengungen im Inland verstärkt werden. Damit soll einerseits der Rübenzucker als Schweizer und Naturprodukt beworben werden. Andererseits wehren sich die Zuckerproduzenten gegen die geplante Marktöffnung für landwirtschaftliche Produkte. Die ZAF haben im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Cashflow von 30 (29,8) Millionen und einen Gewinn von 2,4 (2) Millionen Franken erwirtschaftet. Die Aktionäre bekommen eine gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent erhöhte Dividende von 8 Prozent oder knapp 1,3 Millionen Franken (961'000). Der Rest des Gewinns geht in die freien Rücklagen. (sda)