"McDonald's-Chef Nuvall hat im Interesse des Unternehmens richtig gehandelt!"

- McDonald's-Chef Waldemar Nuvall ist nach den massiven Vorwürfen von sexueller Belästigung am Montag Abend zurückgetreten. Bereits am Montag Morgen hatte Kommunikationsschefin Andrea Hemmi (Bild) überraschend auf Ende November 2003 ihre Kündigung eingereicht. Die promovierte Germanistin war seit einem Jahr in dieser Position. Zuvor war Hemmi Pressesprecherin des eingestellten Fernsehsenders TV 3. Gegenüber "persoenlich.com" nimmt sie erstmals ausführlich Stellung. Das Interview:

Frau Hemmi, was ist der Grund Ihrer Kündigung?

Ich begründete meine Kündigung mit grundsätzlich unterschiedlichen Vorstellungen hinsichtlich Kommunikation.

Was muss man unter "unterschiedliche Auffassungen der Kommunikation" verstehen?

Sie müssen verstehen, dass ich hier nicht ins Detail gehen will.

Gestern ist auch McDonald's-Chef Nuvall zurückgetreten. Begrüssen Sie dessen Rücktritt?

Ich finde, dass Waldemar Nuvall im Interessen der Unternehmung richtig gehandelt hat.

Nehmen Sie nun nach Nuvalls Rücktritt Ihre -- vorher ausgesprochene -- Kündigung zurück?

Ich bleibe bei meinem Entscheid, werde aber bis Ablauf meiner Kündigungsfrist Ende November dem Unternehmen mit vollem Engagement zur Verfügung stehen.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie davongelaufen sind...

Dieser Eindruck ist komplett falsch. Es ist nicht meine Art davonzulaufen. Ich habe schon in meinen früheren Positionen bewiesen, dass ich mit schwierigen Situationen umgehen kann.

Gehen Sie aus Solidarität mit VR-Präsident Urs Hammer, der auch zurückgetreten ist?

Vor dem Entscheid von Urs Hammer habe ich allergrössten Respekt. Ich habe jedoch meine Kündigung unabhängig von seinem Entscheid eingereicht.

Die Rolle von Sacha Wigdorovits als externer PR-Verantwortlicher wird in den Medien kritisch beleuchtet. Wer ist nun für die Kommunikation bei McDonald's wirklich zuständig?

Die Gesamtverantwortung für die Kommunikation von McDonald's Schweiz liegt bei mir. Mit meiner Kündigung habe ich jedoch Waldemar Nuvall gestern die Kommunikation in Zusammenhang mit den bekannten Vorwürfen abgegeben.

Wigdorovits habe bei recherchierenden Medien Druck ausgeübt, schreibt die SonntagsZeitung. Was sagen Sie dazu?

Das kommentiere ich nicht.

Wie gross ist der Imageverlust für Ihr Unternehmen nach dieser Affäre?

Das ist schwer zu beurteilen. Aber was seit 1976 konsequent aufgebaut wurde und von über 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgetragen wird, übersteht auch eine Krise.

Haben Sie bereits Job-Angebote?

Dazu nehme ich keine Stellung.