Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat im vergangenen Jahr trotz weniger Umsatz mehr verdient. Der Betriebsgewinn legte um 1 Prozent auf 328,7 Mio. Fr. zu. Unter dem Strich machte Lindt & Sprüngli einen Reingewinn von 246,5 Mio. Franken. Das seien 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Umsatz sank indes um 3,5 Prozent auf 2,489 Mrd. Franken, wie Lindt & Sprüngli bereits im Januar bekannt gegeben hatte. Damit hat der Edelschokoladenhersteller leicht mehr verdient als erwartet. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Betriebsgewinn von 326,1 Mio. Fr. und einem Reingewinn von 245,9 Mio. Fr. gerechnet.
Schuld am Umsatzrückgang sei die Franken-Stärke, hiess es weiter. Ohne den negativen Währungseinfluss wäre der Umsatz um 6 Prozent gestiegen. Damit sei Lindt & Sprüngli erneut stärker gewachsen als die bestenfalls stagnierenden Schokolademärkte. Mit Ausnahme von Australien habe man überall Marktanteile gewonnen. Besonders erfreulich sei das Geschäft in den wichtigsten Ländern USA, Deutschland und Frankreich verlaufen. Im Schweizer Geschäft habe man beim Verkauf von Pralinen den höchsten Marktanteil der Unternehmensgeschichte erzielt.
Positiv hat sich auch der Absatz in Hongkong entwickelt, das für den Schokoladehersteller ein wichtiger Zugang zum chinesischen Markt ist. Die Expansion werde in weitere Länder vorangetrieben, schreibt Lindt & Sprüngli. So habe der Konzern im vergangenen Jahr eine Tochtergesellschaft in Südafrika gegründet. Weniger gut haben sich die Geschäfte hingegen in Italien, Spanien und teilweise in Australien entwickelt. Einerseits drückte die Schuldenkrise die Konsumfreude. Anderseits waren im Frühling und im Spätherbst die Temperaturen sehr hoch, so dass den Konsumenten und dem Handel die Lust auf Schokolade verging. Zudem litten die Exportmärkte sowie das Duty-Free-Geschäft unter dem starken Franken.
Die Aktionäre sollen vom grösseren Gewinn profitieren. Lindt & Sprüngli will die Dividende um 50 auf 500 Fr. pro Namenaktie und um 5 auf 50 Fr. pro Partizipationsschein erhöhen. Angesichts der immer weiter um sich greifenden Schuldenkrise könne man kaum zuverlässige Prognosen für das laufende Jahr machen. An den langfristigen Zielen halte man dennoch fest. Lindt & Sprüngli wolle jährlich aus eigener Kraft um 6 bis 8 Prozent wachsen und die Betriebsgewinnmarge um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte steigern. (sda)