Mehrheitlicher Verkauf an INAPA

Baumgartner Papiers - 67.5 Prozent werden übernommen.

Die Waadtländer Baumgartner Papier hat einen Partner für ihre Papiergrosshandelstochter gefunden. Der portugiesische Papierkonzern INAPA übernimmt die Mehrheit von 67.5 Prozent am Kerngeschäft von Baumgartner. Die Tochtergesellschaft Baumgartner Papier AG wird mit der INAPA Schweiz, der Biber Rochat, fusioniert. Ein Stellenabbau bei den Firmen mit je rund 80 Beschäftigten sei nicht geplant, hiess es am Montag auf Anfrage zu einem Communiqué. Der Verkaufspreis wird nicht genannt. Baumgartner hatte Kooperationsverhandlungen angekündigt. Im Papiergrosshandel litt das Unternehmen unter den Überkapazitäten, die Umsätze sind 2003 von 103.5 Mio. Fr. im Vorjahr auf 86.3 Mio. Fr. eingebrochen. Die Baumgartner-Gruppe mit Sitz in Crissier VD will sich auf den rentablen Verpackungsbereich konzentrieren.

Mit dem angekündigten Zusammenschluss entstehe nach Antalis und Sihl + Eika der drittgrösste Papierverteiler in der Schweiz, schreiben die Unternehmen. INAPA werde in der künftigen Struktur eine Mehrheitsbeteiligung von 67.5 Prozent innehaben, die Baumgartner-Gruppe noch 32.5 Prozent. Die Unternehmen sollten aus ihren spezifischen und sich ergänzenden Stärken Nutzen ziehen, heisst es weiter. Biber Rochat ist im Markt des Bürobedarfs und der EDV-Papierprodukte gut zu Hause, während Baumgartner stärker vertreten ist im Bereich der graphischen Industrie. Patrice Bourgeois, VR-Präsident der INAPA Schweiz, werde zusammen mit INAPA-Schweiz-Generaldirektor Erich Häuptli und Jürg Tschanz, Direktor der Baumgartner Papier AG, mit der Koordinierung der Tätigkeiten beider Partnerfirmen beauftragt.

Beide Unternehmen werden als getrennte Verkaufsorganisationen unter den bisherigen Firmennamen ihre jeweiligen Tätigkeiten weiterführen. Die Annäherung soll namentlich in den Bereichen der Logistik und der Beschaffung Synergieeffekte auslösen. Ferner ermögliche sie eine Erweiterung des Sortiments sowie eine bessere Kundennähe. Baumgartner hatte 2003 mit Restrukturierungen die Verschuldung von 97 Mio. Fr. auf 72.8 Mio. Fr. gedrückt. Der Verlust sank von 27.2 auf 16.8 Mio. Franken. Die Rückkehr in die Gewinnzone wird für 2005 erwartet.