23.05.2007

Publigroupe

Mit Zanox.de in die digitale Zukunft

Internationale Allianz weckt grosse Erwartungen.

Der vergangene Mittwoch markiert für die PubliGroupe einen historischen Tag. Der einstige Offline-Dinosaurier im Vermittlungsgeschäft hat zusammen mit dem Axel Springer Verlag das Affiliate-Marketing-Unternehmen Zanox.de übernommen ("persoenlich.com" berichtete). Es ist dies die grösste Investition, welche das Westschweizer Unternehmen in seiner Geschichte getätigt hat. "Dies ist ein wegweisender Schritt für die PubliGroupe", erklärte Publigroupe-CEO Hans-Peter Rohner an der Pressekonferenz im Zürcher Marriot Hotel. Die "P" greift für Zanox.de gehörig tief in die Geldtasche und bezahlt für die Akquisition mindestens 140 Millionen Franken.

Springer und die PubliGroupe planen, das akquirierte Unternehmen in zwei Gesellschaften mit einer 65 Prozent/35 Prozent Kreuzbeteiligung zu teilen, das sich an den geographischen Schwerpunkten der beiden Aktionäre orientiert. Während Springer die Mehrheit in den USA, England, Deutschland, sowie Nord- und Osteuropa halten wird, soll die PubliGroupe in der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien sowie dem Mittleren Osten und Asien die grössere Beteiligung erhalten.

Neben den drei wichtigen Allianzen mit der NZZ, Edipresse und Swisscom kommt für die PubliGroupe damit eine erste grosse Allianz im internationalen Geschäft hinzu. Rohner hofft, mit der Übernahme von Zanox.de und dank der Partnerschaft mit Axel Springer im zukunftsgerichteten Online-Markt international rasch wachsen zu können. Die PubliGroupe erwirbt Anteile an einem weltweit erfolgreichen Infrastrukturanbieter für erfolgsbasiertes Affiliate-Marketing. Das vor sieben Jahren gegründete Berliner Unternehmen bietet werbetreibenden Unternehmen, E-Commerce-Anbietern und Online-Shop-Betreibern eine internetbasierte Plattform für den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen über unterschiedliche Kanäle.

Lerneffekte dank Zanox.de

Abgerechnet wird im Online-Geschäft, in dem sich Zanox.de bewegt, nicht wie im herkömmlichen Werbegeschäft über die Anzahl Kontakte, sondern über die Verkaufszahlen. Diese neue "performance-basierte" Mentalität, welche die Kosten des Marketings direkt an den Erfolg koppelt, will Rohner auch im Printgeschäft institutionalisieren. Mehr noch, Rohner hält ein Umdenken über die gesamte Gruppe hinweg gar für dringend nötig, wie er gegenüber "persoenlich.com" erklärt: "Nicht Zanox.de muss von uns lernen, sondern wir von ihnen." Die Akquisition soll denn auch alle Geschäftssegmente des Unternehmens unterstützen und neue Erlösquellen für die Gruppe erschliessen.

Die Übernahme des deutschen Online-Marketing-Dienstleisters ist das Resultat der neuen Multimedia-Strategie der Gruppe, die auf die digitale und crossmediale Kompetenz fokussiert. Dass die "P" bereits heute nicht mehr nur ein Offline-Dinosaurier ist, lässt sich in Zahlen festmachen: Von den insgesamt 3'000 Beschäftigten der "P", haben nach der Übernahme von Zanox.de bereits 1'000 Beschäftigte nichts mehr mit dem Printgeschäft zu tun und arbeiten im Dunstkreis der elektronischen Medien.

Keine Furcht vor den Kartellbehörden

Dass die Zusammenarbeit der PubliGroupe mit Axel Springer sich auf den Bereich Affiliate-Marketing beschränkt, muss nicht sein. Bereits heute kooperiert die "P" mit einzelnen Publikationen des deutschen Medienkonzerns. Denkbar wäre etwa, dass PubliGroupe auch vermehrt das Anzeigengeschäft von Springer-Titeln übernimmt. Für Rohner ist dies zumindest keine abwegige Vorstellung: "Es gibt keinen Grund, dass die Zusammenarbeit mit Springer nicht noch besser werden könnte."


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