Mobilfunkpreise sinken

Swisscom - Auf Druck von Kunden.

Die Swisscom läutet eine neue Preissenkungsrunde im Mobilfunk ein. Neben der Lancierung eines neuen Abonnements werden auch die Preise für Anrufe aufs Handy gesenkt. Damit reagiert der grösste Schweizer Telekomkonzern auf den Druck von Kunden und Weko.

Swisscom Mobile-Chef Carsten Schloter sprach am Dienstag vor den Medien in Zürich Klartext: "Die Kunden empfinden die Swisscom- Mobilfunkpreise als zu hoch und zu intransparent." Deshalb würden die Kunden immer weniger telefonieren. Im vergangenen Jahr sei die monatliche Gesprächsdauer eines Abo- Kunden um 4.7 Prozent gesunken. Und auch vom Festnetz werde immer weniger lang auf Handys angerufen (-3 Prozent im letzten Jahr).

Dadurch gehe der Swisscom jährlich ein dreistelliger Millionenbetrag an Umsatz verloren, sagte Schloter. Bislang habe der "Blaue Riese" dies durch die Akquisition von Neukunden auffangen können. Das werde aber angesichts der Sättigung im Schweizer Mobilfunkmarkt immer schwieriger.

Orange und Sunrise hätten in den letzten Monaten attraktive Angebote lanciert. "Das grösste Reputationsproblem für die Swisscom sind die hohen Mobilfunkpreise", sagte Schloter. Darum will der Schweizer Branchenführer sein angekratztes Image mit einer Preisoffensive aufpolieren und die Kunden wieder zu mehr Gesprächen animieren.

Ab 1. Juni könnten die Kunden für 50 Rappen eine Stunde lang vom Handy aus telefonieren. Dazu kämen noch die Monatsgebühren von 25 Franken für das neue Abonnement "swiss liberty". Im Durchschnitt würden Natel Swiss-Kunden 17 Prozent, Natel International-Kunden 23 Prozent und Natel Pro-Kunden 33 Prozent sparen. Das Angebot ist allerdings nur für Quasselstrippen attraktiv: "Es lohnt sich nicht für Leute, die wenig oder nur ganz kurz telefonieren", sagte Schloter.