Die Werbevermarkterin Goldbach Group kämpft mit Problemen im sich rasch wandelnden Online-Geschäft. Nur dank erneut gesteigerten Einnahmen aus dem Radio- und Fernsehgeschäft ist ihr Halbjahresumsatz lediglich um 0,4 Prozent auf 208,9 Mio. Fr. gesunken. Unter dem Strich weist das Unternehmen mit Sitz in Küsnacht ZH einen Gewinn von 3,4 Mio. Fr. aus. In der Vorjahresperiode waren es 3,1 Mio. Fr. gewesen. Damals hatte der Verkauf eines Printgeschäfts in Rumänien das Ergebnis allerdings mit rund 0,7 Mio. Fr. belastet.
In der Sparte Interactive, die das Geschäft mit interaktivem und mobilem Marketing umfasst, brach der Betriebsgewinn (EBIT) von 1,4 Mio. auf knapp 0,2 Mio. Fr. ein. Die Sparte Online-Werbung konnte trotz eines Umsatztauchers um 27,8 Prozent den EBIT von 1,6 Mio. auf 2,6 Mio. Fr. steigern. Dazu beigetragen haben Kosteneinsparungen von 20 Prozent und ein Einmaleffekt aus der Aufgabe einer Lizenz für eine Online-Vermarktungssoftware, wie Goldbach im Halbjahresbericht erläuterte.
Die Online-Sparte habe auf margenschwaches Mengengeschäft verzichtet. Die Substitution im tendenziell rückläufigen Display-Markt sei aber schwierig gewesen. Zudem gingen vor allem in Polen einige Mandate verloren, darunter die Eigenvermarktung des Sozialnetzwerkes Facebook. Goldbach hat ihre Online-Strategie überprüft und sich für den forcierten Ausbau der Vermarktung von Bewegtbild entschieden, wie es weiter hiess. Angesichts der schwierigen Marktverhältnisse im Online-Geschäft senkte die Gruppe ihre Prognose für das Gesamtjahr. Neu geht Goldbach von einem stagnierenden Umsatz und einem höheren Gewinn aus. Bislang rechnete das Management um CEO Klaus Kappeler mit einer Umsatzzunahme im einstelligen Prozentbereich sowie einem deutlich höheren Gewinn. (sda/dpa)

