Der wegen des gescheiterten Kaufs von Yahoo unter Druck geratene Softwareriese Microsoft will seinen Rückstand zu Erzrivalen Google mit der Social-Networking-Plattform Facebook wettmachen. Wie das "Wall Street Journal" am Donnerstag, unter Berufung auf informierte Geschäftskreise berichtet, beabsichtigen die Redmonder ihre Unternehmensstrategie im nach wie vor schwierigen Online-Geschäft neu auszurichten. So sei nach der Yahoo-Schlappe eine Übernahme Facebooks langfristig nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, meinen Analysten.
Ersten Erkenntnissen nach soll es zwischen der Facebook-Führung um CEO Mark Zuckerberg und Investmentbankern Microsofts bislang zwar zu keinen informellen Vorgesprächen um die Auslotung einer kompletten Übernahme gekommen sein. Dennoch hat der Softwareriese erste dezente Signale gesendet, heisst es auf dem US-Nachrichtenportal AllThingsD. Obwohl sich beide Unternehmen zu den Gerüchten bislang nicht äussern wollten, scheinen sich die Indizien für viele Analysten nach einem ernsthaften Übernahmevorhaben Microsofts zu verdichten.
Erst im Oktober 2007 erwarben die Redmonder einen kleinen Anteil an Facebook im Ausmass von 1,6 Prozent für rund 240 Mio. Dollar. Dies führte mit einem Schlag dazu, dass die einst als studentisches Projekt gestartete Firma plötzlich einen Marktwert von 15 Mrd. Dollar hatte. Das Interesse Microsofts an Facebook führen Insider auf die Profitabilität zurück. Nach 150 Mio. Dollar in 2007 wird für 2008 ein Gewinn zwischen 300 und 350 Mio. Dollar erwartet. (pte)