Soll das "Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz" (HEKS) weiterhin so heissen oder soll es einen Namenwechsel zu "Respecta" oder "Vitalibra" vornehmen? Mit dieser Frage und mit der Unterstützung der Zürcher Kommunikationsagentur Wirz Corporate gelangte das HEKS Anfang Jahr an die Öffentlichkeit. Wer wollte, konnte an der viermonatigen Konsultativabstimmung teilnehmen, mittels eines Talons oder auch über Internet (Facebook). I
n der neusten Ausgabe des HEKS-eigenen Magazins "Handeln" präsentiert nun HEKS-Direktor Ueli Locher das Resultat der Umfrage. "Die Würfel sind gefallen. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz wird weiterhin unter den Abkürzungen HEKS (in der Deutschschweiz) und EPER (in der französischsprachigen Schweiz) auftreten", schreibt Locher dort. Von insgesamt 10124 Stimmen seien 80 Prozent auf HEKS/EPER entfallen. "Angesichts dieses klaren Ergebnisses hat der Stiftungsrat beschlossen, beim bisherigen Auftritt zu bleiben", schreibt Locher. Für "Respecta" votierten im übrigen 13 Prozent der Stimmenden, für "Vitalibra" 6 Prozent.
7712 Umfrageteilnehmende (76 Prozent) hatten sich als HEKS-Spendende bezeichnet. Weitere 1767 gaben an, nicht oder an andere Werke zu spenden, und 645 Personen machten keine Angaben zu ihrem Spendenverhalten. 41 Prozent der Stimmenden waren älter als 65 Jahre, nur 8 Prozent waren unter 30jährig. Als Hauptargument gegen eine Namensänderung seien die damit verbundenen Kosten ins Feld geführt worden, berichtet Locher. Weiter wurde moniert, dass eine Änderung nicht mehr Bekanntheit bringe.
Der HEKS-Direktor bringt zwischen den Zeilen aber auch zum Ausdruck, dass das Thema Namensänderung bei HEKS zwar bis auf weiteres aufgeschoben, aber kaum ganz aufgehoben ist. Denn die Abstimmung zeigte einen gewissen Graben zwischen Alt und Jung. So stimmten 87 Prozent der 65jährigen für den Verbleib beim bisherigen Namen, während bei den unter 30jährigen 51 Prozent also eine knappe Mehrheit für einen Wechsel votierten. Allerdings sei bei den Jungen "keine Einigkeit" bezüglich eines neuen Namens erkennbar gewesen, schreibt Locher.
Lochers Artikel lässt offen, wie das HEKS nun sein Hauptproblem, die mangelnde Bekanntheit ausserhalb des bestehenden Spenderkreises, anpacken will. Zumindest etwas Positives kann der HEKS-Direktor der neu-alten Namenssituation aber doch abgewinnen: HEKS gehöre jetzt "wohl zu den wenigen Organisationen, die von sich sagen können, ihr Name sei basisdemokratisch legitimiert", schreibt er.
(Text: Markus Knöpfli)