Die "Natürlichen Schönheiten" der preisgekrönten Dove-Kampagne sind offenbar doch nicht so natürlich. In einem Interview mit dem "New Yorker" räumte der zuständige Fotograf Pascal Dangin von New Yorks Box Studios ein, dass er an den Sujets von Dove erheblich nachgeholfen habe. Es sei eine grosse Herausforderung gewesen, in der digitalen Nachbearbeitung die Haut und Gesichter zwar reif und trotzdem nicht unattraktiv aussehen zu lassen, so Dangin gegenüber dem "New Yorker".
Auf Anfrage des US-Portals adage.com war Unilever nicht bereit, zur peinlichen Angelegenheit Stellung zu nehmen. Ein Sprecher der verantwortlichen Werbeagentur Ogilvy & Mather äusserte Zweifel an den Aussagen des Foto-Retoucheurs. Man sei jedoch noch daran, Einzelheiten über die allfälligen digitale Nachbearbeitung von Dangin in Erfahrung zu bringen.
Stellt sich heraus, dass die Aussagen von Danging der Wahrheit entsprechen, könnte dies für das Image von Dove vernichtende Folgen haben. Nicht zuletzt deshalb, weil gerade die Unilever-Marke in ihrem preisgekrönten Viral-Spot "Evolution" vor Augen geführt hatte, wie die Werbeindustrie mit Makeup-, Styling- und Bildnachbearbeitung-Tricks die Schönheitsvorstellungen der Konsumenten manipuliert.