Mehr als acht von zehn E-Mails im Internet sind Müll: Der Anteil unverlangter Werbezusendungen über elektronische Medien ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Jetzt wird das Versenden unverlangter Massenwerbung via E-Mail oder SMS auch in der Schweiz strafbar.
Was aber bringt die neue Regelung? Die Busse ist saftig: 75 000 Euro muss ein holländischer Versender von unverlangten Werbe-E-Mails, kurz "Spam",bezahlen, wie die niederländische Fernmeldebehörde OPTA kürzlich bekannt gab. Neun Milliarden Werbemails für Erektionshilfen, Pornos und anderes hatte er in Umlauf gebracht, viele davon über fremde Computer ahnungsloser Benutzer, die er zuvor via Internet unter seine Kontrolle gebracht hatte. Über 40 000 Euro soll er so verdient haben.
Geldstrafen dieser Höhe sind zwar weltweit eine Ausnahmeerscheinung. In der Schweiz konnten sich "Spammer", wie die Versender unverlangter Werbe-E-Mails genannt werden, bisher aber besonders sicher fühlen: Anders als in den USA und der EU fehlte hierzulande eine klare gesetzliche Handhabe gegen ihr Treiben. Mit dem Inkrafttreten des revidierten Fernmeldegesetzes ändert sich dies nun: Voraussichtlich ab dem 1. April 2007 wird Spamming strafbar.