Im letzten Jahr hat der Schweizer Dialogmarketing-Preis eine deutliche Wende erfahren. Wie hat das aus Sicht des Chairmans gewirkt?
Dr. Christian Huldi: Im letzten Jahr hat der Verband viele Weichen neu gestellt, er hat alles einer Prüfung unterzogen und evaluiert. Dazu gehörte auch die Zusammensetzung und die Arbeit der Jury, was dann natürlich auch mit meinem Input geschehen ist. Ich war sehr froh und auch ein bisschen stolz, dass die gute Juryarbeit Früchte getragen hat und das Ganze in der Awardverleihung letztes Jahr seinen Höhepunkt gefunden hat.
Inwieweit hat man diese Früchte denn auch spüren können?
Die Massnahmen waren vielerorts spürbar: angefangen bei der neu gestalteten Vernissage, dem angepassten und härteren Jurierungsverfahren bis zur fulminanten Awardverleihung. Hervorheben möchte ich das Jurierungsverfahren, welches sich sehr bewährt und dazu geführt hat, dass viele von uns prämierte Arbeiten auch bei anderen Wettbewerben abräumten. Am deutlichsten spürbar sind die Veränderungen in der Wiederaufnahme des Dialogmarketing-Preises ins Kreativranking der Schweiz, was wir mit viel Anstrengung früher geschafft haben als geplant.
Ist das denn wichtig?
Das ist für die Agenturen sehr wichtig, wenn nicht gar entscheidend in der Aussendarstellung. Das Ranking hat eine nicht zu verachtende Wirkung auf einige Kunden, auf die interne Stimmung und nicht zuletzt auf potentielle Mitarbeitende, die oft nach solchen Kreativagenturen suchen. Und Agenturen sind der Schlüssel für die Einreichungen der wichtigsten und besten Arbeiten des Landes.
Dr. Christian Huldi, Chairman der Jury des SDV Award 2012.
Arbeiten Sie denn dieses Jahr mit der gleichen Jurycrew?
Wie jedes Jahr versuchen wir ein Balance aus frischem Blut und bewährten, erfahrenen Juroren zu erreichen. Dieses Jahr haben wir erfolgreich wieder Top-Experten der Kommunikationsbranche gewinnen können, die somit weiter als Garant für exzellente Ergebnisse stehen werden. Sicher eines der prominentesten Beispiele dafür ist Martin Spillmann. Den Schwerpunkt haben wir zugunsten des kreativen Potentials der Schweiz weiter ausgebaut, dennoch haben wir immer noch fast die Hälfte mit Vertretern von Auftraggeberseite, Wissenschaft und Medien besetzt.
Was erwarten Sie vom diesjährigen Jahrgang?
Überraschungen wären toll. Und ich gehe von einem (quantitativ, vor allem aber auch qualitativ) stärkeren Jahrgang aus verglichen mit dem letztjährigen. Durch die Attraktivität des Preises, die vorher erwähnte Relevanz im Schweizer Kreativ-Ranking und die weitere Zunahme der Medienvielfalt sowie die Möglichkeiten im virtuellen Bereich, kann man sich auf spannende und hochkreative Arbeiten freuen. Für die Jury wird die Arbeit deswegen alles andere als einfacher.
Sie sind seit vielen Jahrzehnten mitten in der Branche und haben das Ohr am Puls der Zeit. Welche wichtigsten Entwicklungen erwarten Sie für die Zukunft?
Meine tiefe Überzeugung ist, dass das Dialogmarketing immer mehr an Bedeutung gewinnt bzw. in einzelnen Bereichen sogar Budgets in diese Richtung verschoben werden. Die Vielfalt der Möglichkeiten, die direkte Messbarkeit und das Spiel mit den Medien und Kanälen werden dieser Disziplin immer wieder neue Perspektiven und Chancen eröffnen. Und natürlich sind auch weiterhin der Onlinekanal und neu der mobile Kanal noch lange nicht ausgeschöpfte Medien, was man an der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung sieht und der immer noch grossen Zahl an neuen Unternehmen und Angeboten in diesem Bereich. Die Kunst wird darin liegen, die Technologie nicht über den Menschen sondern den Dialog ins Zentrum zu stellen. Und hier hat schliesslich das Physische Mailing immer noch sehr gute Chancen und auch Potentiale insbesondere durch die Nutzung neuester Drucktechnologien und durch die Kombination mit anderen (neuen) Medien und Kanälen.
Das heisst die Chancen auch für den Schweizer Dialogmarketing-Preis in der Zukunft stehen gut?
Ich neige darauf zu antworten: sie standen noch nie besser. Überall pfeifen es schon jetzt die Spatzen von den Dächern, dass sich die Wirtschafts- und Finanzlage weiter anspannen wird. Keine Zeitung mehr, die ohne diese Nachrichten auskommt. Das ist ein perfekter Nährboden bei der Evaluierung der Marketing- und Kommunikationsaktivitäten verstärkt effiziente und effektive Aktivitäten einzusetzen und kann den Agenturen vorausgesetzt sie haben ihr Angebot auch dementsprechend angepasst einen ordentlichen Schub verleihen - speziell wenn man kreative Lösungen auf dem kommunikativen Weg zum Kunden anbieten kann!