Der Branchenverein Raclette Suisse wollte die Migros per Zwangsabgabe zur Finanzierung von Werbekampagnen verpflichten. Die Organisation hatte beim Bundesrat beantragt, alle Raclette-Hersteller zur Beteiligung an der Produktwerbung zu zwingen (persoenlich.com berichtete).
Wie der SonntagsBlick nun berichtet, wies Bundesrat Guy Parmelin das Gesuch im vergangenen Herbst ab, da Raclette Suisse die rechtlichen Voraussetzungen nicht erfülle. Der Verein gibt laut der Ringier-Zeitung nicht auf. Die Statuten würden derzeit überarbeitet, bis alle Vorgaben erfüllt seien. Noch im Frühling 2026 wolle Raclette Suisse ein neues Gesuch bei Wirtschaftsminister Parmelin einreichen.
Hintergrund des Streits: Die Migros übernahm vor drei Jahren eine Käserei im Berner Oberland und produziert seither rund ein Drittel ihres Raclettes selbst. Dem Branchenverein ist der Grossverteiler nie beigetreten. Raclette Suisse organisiert Werbekampagnen – beispielsweise mit Mundartsänger Trauffer – und argumentiert, dass alle von der Werbung profitieren. Wer sich nicht beteilige, verschaffe sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil.
Die Migros lehnt Zwangsabgaben ab, weil diese die Produktion verteuerten. Sie investiere mehrere Millionen Franken in die Bewerbung ihrer Eigenmarke Raccard. (cbe)