Neuer Markenauftritt für die FDP kreiert

neutral - Traditionspartei als progressive Kraft positioniert.

Nach wiederholten Wechseln an der Parteispitze und nach anhaltenden Verlusten an der Urne -- in den vergangenen 25 Jahren verlor der Freisinn rund einen Drittel seiner Wählerschaft -- versucht die FDP wieder Fuss zu fassen. Sie hat sich im vergangenen Jahr auf die Suche nach einem neuen Selbstbild gemacht und dabei die neue Strategie "Eine Schweiz in Bewegung" entwickelt -- laut NZZ "eine Mischung aus Grundwertekatalog und Marketingstrategie". Im vergangenen Herbst wurde das Papier von der Delegiertenversammlung einstimmig abgesegnet. Die Trendwende im Wahljahr 2007 will die Parteispitze erreichen, indem sie die FDP vor allem bei der jungen, weiblichen und urbanen Bevölkerung als "glaubwürdige positive Kraft" positioniert.

Die neue Strategie findet ihren Niederschlag nun auch in einer neuen Markenstrategie: Ab Mitte April präsentiert sich die Partei mit neuem Gesicht. In einer moderneren Wort- und Bildsprache zeigt sich der Freisinn als zeitgenössisch-coole, offene und progressive politische Kraft. Mit der Konzeption des neues Corporate Designs und der Ausarbeitung der neuen Kommunikationsstrategie der Partei beauftragt wurde die Zürcher Agentur neutral. Sie hatte sich im Dezember 2005 in einer Wettbewerbspräsentation gegen drei weitere Bewerber durchgesetzt.

Wichtigste Änderung der neuen FDP-Markenstrategie: Die Partei nennt sich ab sofort "FDP. Wir Liberalen." Indem er das liberale Gedankengut in den Mittelpunkt stellt, geht der Freisinn zurück zu seinen Wurzeln: Die Liberalen haben 1848 die Schweiz gegründet. Die FDP vermarktet dieses Bekenntnis als ihren USP: Es soll Einladung an alle liberal Denkenden sein, sich zur FDP zu zählen und die Partei auch an der Urne zu unterstützen. Die Parteisstrategen der FDP sind davon überzeugt, dass die Anzahl der Schweizer, die liberal denkt, weit grösser ist, als jene, die an der Urne auch FDP wählt. Mit der neuen Markenstrategie soll sich die liberal denkende Wählerschaft wieder mit der FDP identifizieren können. Nicht länger will die Partei liberal gesinnte Wähler an die Parteien links und rechts von ihr verlieren.

Teil des neuen Erscheinungsbilds ist auch ein konstruktives Schweizerkreuz als migrierende Bildmarke. Damit setzt nach der CVP, die sich im vergangenen Sommer ein neues Outfit mit Schweizerkreuz verpasst hat, auch die zweite in die Defensive geratene Mittepartei, auf Swissness. Das konstruktive Schweizerkreuz ändert ständig seine Perspektive und seinen Standpunkt und soll so Individualität und Freiheit ausdrücken. "Es ist eine coole Interpretation des Schweizer Kreuzes", sagt Rudolph Schürmann, Strategie- und Kreativdirektor von neutral. Die Konstante an der FDP-Bildmarke sei der Wandel und die Bewegung. Neue Perspektiven und Dimensionen ergeben sich je nach Darstellung.

Die neue Markenstrategie kommuniziert die FDP in einer schweizweiten Mobilisierungskampagne. Weitere Beispiele des neuen Corporate Designs werden in der Kampagne zur eidgenössischen Abstimmung zur Bildungsverfassung zu sehen sein. Verzichten will die FDP Schweiz künftig auch auf die typischen Politikerkopf-Portraits, die wie zweidimensionale Siegerbüsten wirken. Sie präsentiert ihre Protagonisten in ihrem vertrauten Umfeld. Zumindest für das interne FDP-Strategiepapier stand übrigens auch Welt-Chefredaktor Roger Köppel zur Verfügung, dem -- noch bei der Weltwoche -- stets SVP-Nähe unterstellt wurde.

--> Interview mit FDP-Parteipräsident Fulvio Pellli unter http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=59305

Das neue Logo der FDP in vier Landessprachen:

Das konstruktive Schweizerkreuz als migrierende Bildmarke:

Mobilisierungskampagne der erneuerten FDP:

Bitte geben Sie hier den Text zum Bild ein

Kampagne für die Abstimmung zur Bildungsverfassung: