Nun auch in Büchern

Product Placement - Kosmetikmarken werden in Jugendbüchern propagiert.

Product Placement findet man neuerdings nicht nur in Filmen, sondern auch in Büchern, wie die New York Times in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. In dem US-amerikanischen Jugendbuch "Cathy's Book", das Ende September erscheint, finden sich Markennamen von Kosmetikprodukten des Herstellers Cover Girl, der eine Kooperation mit dem Verlag Perseus Books Group eingegangen ist.

Der Kosmetikhersteller, der zum Weltkonzern Procter&Gamble, hat allerdings weder die Autoren noch den Verlag dafür bezahlt, seine Produkte zu erwähnen. Als Gegenleistung wird für das Buch auf einer Webseite von Procter Promotion gemacht. Auf der Seite Beinggirl.com, die sich an junge Mädchen richtet, finden sich Kosmetik-Tipps, Ratgeber bei pubertären Problemen und bald auch Banner, die auf das neue Buch hinweisen.

Diese Vereinbarung ist nicht der erste Fall von Product Placement in Büchern. In vielen US-amerikanischen Jugendbuchserien findet man heutzutage Markennamen, obwohl es keine Product-Placement-Vereinbarungen mit den Herstellern gibt. Den klaren Auftrag, eine Marke in Szene zu setzen, gab es vor fünf Jahren für die bekannte britische Autorin Fay Weldon. Sie wurde von der italienischen Juwelierkette Bulgari dafür bezahlt, dem Markennamen eine prominente Stelle in ihrem Buch zu geben. Das Ergebnis hiess "The Bulgari Connection".

Bei der Werbung in dem Jugendbuch "Cathy's Book" lief die Zusammenarbeit anders ab. Das Buch war bereits fertig bevor eine Kooperation mit Cover Girl abgeschlossen wurde. Laut Angaben des Verlags wurde der Inhalt nicht grundlegend verändert, da in dem Buch von Anfang an Zeichnungen mit Mode- und Make-up-Tipps vorhanden waren. Es wurden lediglich einige Bezeichnungen durch Markennamen der Cover-Girl-Produktlinie ersetzt. Bei den Änderungen hatten anscheinend die Autoren das letzte Wort. Der Vorschlag, eine Tampon-Werbung in die Geschichte einzubauen, wurde abgelehnt.