Ogi fordert TV-Sendung über Tourismus-Themen

Tourismus - Der Alt-Bundesrat will den Gäste-Rückgang mit einem "nationalen Schulterschluss" stoppen.

von Michèle Widmer

"Der Tourismus ist die dritt- oder viertwichtigste Wirtschaftsbranche der Schweiz. Der Rückgang bei den Gästezahlen ist dramatisch. Man hat den Ernst der Lage noch nicht erkannt", sagt der ehemalige Bundesrat und langjährige Skiverbandsdirektor Adolf Ogi in der Zeitung "Schweiz am Sonntag".

Ogi schlägt einen "nationalen Schulterschluss" vor: "Alle Akteure sollen jetzt gemeinsam Ideen sammeln, wie wir aus der Krise kommen – die Bergbahnen, die SBB, Privatbahnen, Hoteliers, die Sportartikelbranche, Schneesportschulen, Verbände, Magglingen, Gemeinden, Kantone und Bund", fordert er. "Gefragt sind alle, die Ideen, Meinungen und – auch verrückte – Visionen haben."

Die Federführung dieser Gross-Konferenz müsste Schweiz Tourismus übernehmen. Ogi: "Wir müssen endlich aus den verkrusteten Formen herauskommen."

Auch private Verleger einbinden

Auch die Medien sieht Ogi in der Pflicht: "Vor allem das Staatsfernsehen", sagt der frühere Medienminister zur "Schweiz am Sonntag“. "Es gibt eine regelmässige Börsensendung vor der 'Tagesschau', es gibt neuerdings ein 'Auslandjournal' – warum aber nicht ein regelmässiges Sendegefäss mit Tourismus-Themen?", fragt er.

In den "nationalen Schulterschluss", so Ogi, müssten aber auch die privaten Verleger eingebunden werden. Am Ende sei entscheidend, "dass die Schweizer Jugend wieder Ski fährt und das Material dafür bekommt". (pd)