Marketingverantwortliche der Filmbranche müssen sich in ihrer Promotionstätigkeit stärker auf neue Kommunikationsplattformen wie soziale Community-Netzwerke im Internet konzentrieren. Falls sie es dort nicht schaffen, das junge Kinopublikum zu erreichen, riskieren sie, dass die von ihnen beworbenen Produktionen bei ihrer Veröffentlichung vollkommen unbeachtet bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht "Moviegoers 2010" des US-Unternehmens Stradella Road, das die grossen Filmstudios Hollywoods bei ihren gross angelegten Marketingkampagnen berät.
Demnach sind mittlerweile bereits 94 Prozent des Kinopublikums im Web aktiv. Besondere Beleibtheit geniessen dabei vor allem soziale Community-Plattformen, auf denen rund 73 Prozent der Filmliebhaber ein eigenes Profil besitzen. Die ersten Informationen über einen neuen Film erhält die Mehrheit aber immer noch durch entsprechende TV- oder Kinospots (73 Prozent), während das Web in dieser Hinsicht mit 44 Prozent deutlich abgeschlagen liegt.
Dass dem Web und insbesondere den sozialen Netzwerken heute zur Ansprache der jüngeren Zielgruppen ein hoher Stellenwert eingeräumt werden muss, ist dem Experten zufolge keine allzu neue Erkenntnis. Beispiele wie der Film "Blair Witch Project" hätten bereits vor Jahren gezeigt, was erfolgreiches virales Marketing auf Online-Plattformen bewirken kann.
Dem Stradella-Road-Bericht zufolge spielen Filmrezensionen und Meinungen anerkannter Kritiker dabei lediglich eine untergeordnete Rolle, was die Entscheidung betrifft, ob man sich einen neuen Film im Kino ansehen will oder nicht. Ausschlaggebend hierfür sehen 75 Prozent des Kinopublikums vielmehr die Meinung von vertrauenswürdigen Freunden und solchen Personen, die den betreffenden Streifen bereits selbst gesehen haben und ihre Einschätzung im Internet mit anderen teilen. (pte)