Die Würfel sind im Kinovermarktungsgeschäft gefallen. Wie die Cinecom heute mitteilt, konnte man die Verträge mit den beiden grössten Kinobetreibern Pathé und Kitag erneuern. Das heisst: In Zukunft bleibt die Cinecom der wichtigste Kinovermarkter der Schweiz. Die Vertragsunterzeichnung war für die krisengebeutelte Cinecom von existenzieller Bedeutung. Zur Nachricht:
In den letzten Monaten stand das Schicksal der Cinecom auf Messers Schneide. Grund waren die Vertragsverhandlungen mit den beiden grössten Kinobetreibern Kitag und Pathé. Die Cinecom musste neue Vermarktungsverträge aushandeln, weil die vor Jahren vereinbarten Konditionen schlecht für das eigene Geschäft waren. So gab die Cinecom gegenüber den Schweizer Lichspielhäusern Umsatzgarantien ab. Weil die Kinowerbung weltweit stark rückläufig ist, war die Kinosparte für die Cinecom ein herbes Verlustgeschäft.
Nun vermeldet der zur Publigroupe gehörende Kinovermarkter, dass Kitag und Pathé sich weiterhin von Cinecom vermarkten lassen möchten. Allerdings zu anderen Konditionen. Die beiden Kinobetreiber sind zusammen mit rund 150 Kinosälen in der Schweiz präsent und bilden das Rückgrat der hiesigen Kinowerbung. Tim Dührkoop, Leiter Electronic &Interactive bei Publicitas, sagt: "Nach einer intensiven Verhandlungsphase sind die Vertragsparteien zu einer für alle Beteiligten positiven Einigung gekommen."
Dührkoop ist sichtlich zufrieden mit dem Ausgang der Verhandlungen. Immerhin machen Kitag und Pathé rund 40 Prozent der werberelevanten Besucher aus. Eine Nichteinigung hätte die Cinecom in eine ungünstige Lage gebracht. Das Vermarktungsunternehmen steht nämlich zum Verkauf. Hätte sich die Cinecom die Vermarktung nicht sichern können, wäre der Kinovermarkter für potentielle Investoren weniger attraktiv gewesen. Im Schweizer Kinogeschäft ist eine dominante Stellung von Vorteil, denn der Werbeumsatz ist drastisch eingebrochen. Seit vergangenem Dezember ging die Werbung bis Ende Februar in den Schweizer Kinos um rund 40 Prozent zurück. Und auch im März resultierte ein Minus von rund 30 Prozent. Und das, obwohl im ersten Quartal etwa 10 Prozent mehr Eintritte verkauft wurden. Zudem steht das Kinogeschäft in harter Konkurrenz mit anderen Mediengattungen. Dührkoop: "Es ist wichtig, dass wir Kinowerbung auf einer sehr breiten Basis anbieten können."
Trotz dem Abschluss der Verträge will Publigroupe nun den Verkauf der Cinecom weiter vorantreiben. Die Cinecom sei im Gespräch mit inländischen aber auch ausländischen Investoren. Dührkoop ist überzeugt, dass die Cinecom für Investoren sehr interessant sein dürfte. Obwohl kein wesentliches Wachstum erwartet wird, könne man "mit den neuen Verträgen ein profitables Kinogeschäft betreiben". Das Geschäftsmodell sei solide und das Genre Kino garantiere den Werbetreibenden nach wie vor hohe Aufmerksamkeit. Zudem habe man durch die technische Umrüstungen neue Werbemöglichkeiten erschlossen, welche der Kinowerbung nochmals einen Schub verleihen werde. (cl)