09.02.2012

Studie

Polen schätzen "Swissness"

Schweiz wird aber als wenig innovativ wahrgenommen.

"Swissness" bleibt ein wertvolles Markenzeichen - nicht nur in den Nachbarländern der Schweiz, sondern auch in Polen. Der Schweiz gelingt es, international respektiert und gleichzeitig auch als sympathisch wahrgenommen zu werden. Schweizer Produkte und Dienstleistungen profitieren von diesem ausgezeichneten Ruf. Sie gelten in Polen als zuverlässig, hochwertig und luxuriös. Dies zeigt eine neue Studie, die das Institut für Marketing (IfM-HSG) und die htp St.Gallen Managementmentberatung im Auftrag der Polnisch-Schweizerischen Wirtschaftskammer durchgeführt haben.

Für die hohe Schweizer Qualität sind die Befragten auch bereit, mehr zu bezahlen. Trotz des guten Rufs befinden sich Schweizer Produkte aber in hartem internationalem Wettbewerb. Das Image deutscher und japanischer Produkte ist nicht wesentlich schlechter als das von Schweizer Angeboten. Im Vergleich zu Japan, werden Schweizer Produkte zwar grundsätzlich als leistungsfähiger, aber vor allem als weniger innovativ wahrgenommen.

Image der Schweiz in Polen konservativer als in den Nachbarländern

Da nur eine Minderheit der polnischen Bevölkerung die Schweiz bereits besucht hat, wird das Bild der Schweiz in Polen stark durch Informationen aus zweiter Hand und durch Medien und Mundpropaganda bestimmt. Die Schweiz wird in Polen als traditioneller wahrgenommen als in Ländern mit engeren persönlichen Beziehungen und höherer Reisefrequenz. Die Schweiz ist in Polen das Synonym für viele traditionelle Attribute und steht noch mehr als in anderen Ländern für Branchen wie Uhren, Schokolade und Käse.

"Dieses positive Ergebnis muss dennoch als Aufforderung verstanden werden, die vorhandenen Stärken weiter zu fördern", sagt HSG-Marketing-Experte Sven Reinecke. Aufstrebende Volkswirtschaften, wie die von China und Indien, zeichnen sich durch hohes Selbstbewusstsein und eine sehr positive Einstellung gegenüber inländischen Produkten aus. Die Schweiz werde ihre Position nur verteidigen, wenn sie einerseits die Schönheit von Natur und Landschaften schütze und andererseits Qualitätsbewusstsein, Innovationen und Forschung weiterhin in den Fokus rücke, so die Einschätzung der Studienautoren. Projektleiter Stephan Feige sieht die Marke Schweiz und Schweizer Unternehmen in einer Symbiose: "Unternehmen profitieren vom Schweizer Image, wenn sie ihre Leistungen mit Swissness verkaufen. Gleichzeitig unterstützen sie mit jedem imagekonformen Angebot auch die positive Wahrnehmung der Schweiz im Ausland."

Die vollständige Studie kann beim IfM-HSG angefordert werden. (pd)


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