Seit die Raschelsäcklein 5 Rappen kosten, meiden die Konsumenten sie. Bei Migros hat der Verbrauch der Einweg-Säckchen seit November um rund 80 Prozent abgenommen. Bei Coop ging er in den Zürcher Testfilialen gar um rund 85 Prozent zurück.
Adrienne Suvada, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Marketing Management der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, hat den markanten Rückgang erwartet. Das Phänomen wirke insbesondere, wenn ein Produkt zuvor lange gratis war. «Es spielt dann kaum eine Rolle, ob die Konsumenten fünf oder zwanzig Rappen bezahlen müssen», sagt sie gegenüber der Sonntagszeitung.
Der starke Rückgang des Verbrauchs zeige, dass die Kunden die Plastiktüten nicht unbedingt brauchen. Suvada dazu: «Sie nehmen ihre Einkäufe nun in die Hand, stopfen sie in die Laptoptasche oder haben eine eigene Tüte mit. Weil die Säcke zu Hause oft im Abfall landeten, ist es für viele keine Option, dafür zu bezahlen.»
Die Säckchen sorgten 2012 für heftige Diskussionen. Aus ökologischen Gründen beschloss damals das Parlament gegen den Willen des Bundesrates und der Detailhandelsbranche, die kleinen Wegwerftüten von den Ladenkassen zu verbannen. (SoZ/eh)