So hatten sich die Engelberger Bierfreunde die Lancierung ihres Gerstensafts garantiert nicht vorgestellt: Kaum war ihr Bier am Freitag abgefüllt und die 1200 Flaschen verkauftsbereit, wurden die gesamte Ladung auch schon unter Verschluss genommen. Der Grund: Der Brauereigigant Heineken wirft dem Verein vor, dessen Produkt mit dem Namen "Keineken" sei dem holländischen Produkt zu ähnlich . Wie der "Sonntagsblick" schreibt, wurde den Obwaldnern deshalb per richterlichem Entscheid der Verkauf untersagt. Davon lassen sich die Bierfreunde jedoch nicht beirren: Man wolle die Marke eintragen lassen und habe bereits ein Gesuch beim Institut für geistiges Eigentum eingereicht, sagte Vereinspräsident Conrad Engler gegenüber der Zeitung.
Ihr Einsatz ein Kampf vom Format David gegen Goliath, dessen ist sich Engler bewusst gilt der einheimischen Bierkultur. Auf den Plan rief die Brauer aus der Innerschweiz die Übernahme der Luzerner Marke Eichhof durch Heineken vor einem Jahr. "Dieser Name ist eine Verletzung des Markenrechts", sagte Heineken-Sprecher Urs Knapp auf Anfrage der SDA. Und das Obwaldner Kantonsgericht habe diese Haltung von Heineken gestützt. "Für uns ist der Fall klar: Der Verein wird den Namen Keineken nicht mehr verwenden dürfen."
Bei Keineken rechnet man sich grosse Chancen aus, diesen Streit zu gewinnen. Das Logo des Keineken-Biers sei unmöglich mit dem Heineken-Logo zu verwechseln, sagte Engler. Es zeigt den Hausberg Hahnen, die Brunni-Sonne und zwei kämpferische Teufelshörner. Bis der Rechtsstreit beendet ist, wird der Verein auf den Verkauf des Biers verzichten. Nicht aber für immer. "Wir sind bereit, durch alle Instanzen zu gehen", sagte Engler. Das Keineken-Bier sollte nur den Startschuss geben für den "Spiessrutenlauf auf dem Weg zum neuen, eigenständigen Engelberger Klosterbräu mit Engelberger Quellwasser", sagte Engler gegenüber der SDA. Bis 2012 wollen die Initianten sogar eine eigene Brauerei in Engelberg bauen.