Regulierung von Tracking-Werbung gefordert

USA - US-Gesetzgeber wollen Unternehmen Einhalt gebieten.

Die bei Internetunternehmen zunehmend beliebter werdende Werbeform des Online-Trackings gerät in den USA unter Beschuss. Denn die Webseitenbetreiber verfolgen nicht mehr nur selbst das Surfverhalten der User nach und nutzen die gewonnenen Daten zu Werbezwecken, sondern arbeiten inzwischen auch mit den Providern zusammen. Gesetzgeber und Datenschützer kritisieren diese neue Art der Kooperation zwischen den Werbetreibenden und den Internetanbietern und fordern jetzt strenge Regulierungen, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Die Nutzer müssten zumindest um ihr Einverständnis gefragt werden, bevor private Daten zu Werbezwecken verwendet werden.

Vertreter beider US-Grossparteien im House Energy and Commerce Committee, das unter anderem für die Internetregulierung zuständig ist, wollen für Tracking-Werbung ähnliche Richtlinien durchsetzen, wie für Telefon- und Kabelanschlüsse gelten. Die Praktik des Web-Trackings sollte nur dann erlaubt sein, wenn die Kunden damit einverstanden sind, meint der Demokrat Edward Markey, Chairman des Komitees. Ähnlich sieht dies auch sein republikanischer Kollege Joe Barton. "Ich verstehe den Bedarf, Informationen zusammenzutragen. Allerdings denke ich, das sollte nur mit Zustimmung geschehen", so Barton.

Seit Jahren schon verfolgen Internetkonzerne wie Google oder Yahoo das Surfverhalten der User, beobachten ihre Suchanfragen, um dann passende Anzeigen dazu zu schalten. Neu ist aber, dass Dritte ins Boot geholt werden und Werbefirmen nun mit den Internetbetreibern gemeinsame Sache machen, um an die begehrten Informationen zu kommen. Auch Datenschützer kritisieren dies heftig und warnen, dass die Unternehmen ohne eine Regulierung nahezu unbegrenzten Zugang zu jedem Schritt haben, den ein Nutzer im Netz macht. (pte)