2010 war für die Schweizer Konzertbranche ein Rekordjahr. Die Schweizer Veranstalter können mit einem Bruttoumsatz von 264 Millionen Franken (plus 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr) aus 1084 Konzertevents einen neuen Spitzenwert bejubeln. Das geht aus den neusten Zahlen des Branchenverbandes SMPA (Swiss Music Promoters Association) hervor, die der Zeitung Der Sonntag vorliegen. Das Ergebnis ist trotzdem zu mager. Denn die Nachfrage konnte mit dem massiv gesteigerten Angebot im letzten Jahres nicht Schritt halten.
41 neue Veranstaltungen, davon acht neue grosse Open Airs, standen im letztjährigen Schweizer Konzertkalender. Doch konnten nur knapp 40 000 Tickets mehr als im Vorjahr (plus 1,4 Prozent) verkauft werden. Insgesamt wurden 2 831 965 Tickets verkauft, die gesamte Besucheranzahl (inklusive Gäste und Gratisangebote) ging aber sogar leicht zurück (um 1,7 Prozent) und verharrt mit knapp 4,5 Millionen auf einem hohen Niveau. Nach Jahren der massiven Zunahme hat das Millionengeschäft für Millionen seine Grenzen erreicht.
Der heisse Kampf um Stars und Publikum treibt auch die Gagen in die Höhe. "Die Schweiz ist für Künstler attraktiv, weil die Veranstalter hier im Vergleich zu europäischen Nachbarländern höhere Gagen bezahlen", erklärt Mathieu Jaton, der Generalsekretär des Montreux Jazzfestivals. "Einige Veranstalter versuchen, Künstler mit überhöhten Gagenangeboten zu ködern", ergänzt Kastl. Für ihn ist dies eine ungesunde Entwicklung, weil die überrissenen Gagen, "zum Nachteil der Fans auf die Ticketpreise überwälzt" werden.

