Rekordumsätze trotz Wirtschaftskrise

Fairtrade - Immer mehr Kunden wollen Produkte aus fairem Handel.

Deutsche Verbraucher haben 2010 mehr fair gehandelte Produkte als jemals zuvor gekauft. Im vergangenen Jahr haben sie dafür 413 Mio. Euro ausgegeben, wie das Forum Fairer Handel (FFH) mitteilt. Dies entspricht einer Steigerung von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Vervierfachung innerhalb der vergangenen sechs Jahre. Mit dem Kauf von fairgehandelten Produkten unterstützen Verbraucher langfristige Strategien zur Bekämpfung von Hunger und Armut. Typische Käufer sind Menschen, die sowohl über eine gute Bildung als auch über ein hohes Einkommen verfügen.

"Vor allem Frauen, die in der Stadt leben, aber auch Schüler und Studenten, sowie die klassischen Überzeugungstäter, die schon immer ethische Produkte kaufen, zählen zu den Konsumenten", sagt Claudia Brück, Pressesprecherin von TransFair Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt". Mit einem Anteil von 32 Prozent am Gesamtumsatz ist Kaffee nach wie vor das wichtigste Zugpferd im Fairen Handel. Der Absatz ist hier um 38 Prozent auf 8'152 Tonnen gewachsen. Auch andere Klassiker wie Tee, Zucker, Kakao und Schokolade haben deutlich zugelegt.

Die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 konnte dem Erfolg nichts anhaben. "Im Krisenjahr haben wir mit massiven Einbrüchen der Verkaufszahlen gerechnet, sind aber dann überrascht worden", so Brück. Die Steigerungsraten seien auch am Höhepunkt der Krise gestiegen. "Konsumenten wollen vor allem ein qualitativ gutes Produkt und kaufen nicht nur, weil es sich um eine nachhaltige Ware handelt", betont die Sprecherin. (pte)