Der Sportwagenhersteller Porsche zieht sich aus der gemeinsamen Image-Kampagne von Bundesregierung und Wirtschaft zur Fussball-WM 2006 zurück. Der Autokonzern reagierte damit auf eine Äusserung des ehemaligen Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Michael Rogowski. Dieser gilt als einer der Urheber der Kampagne.
Rogowski hatte sich negativ über Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (Bild) geäussert. Der Autokonzern wollte für die Kampagne bereits fix eine Million Euro beisteuern, berichtet auto-motor-und-sport. Bei dieser Aktion soll gemeinsam unter dem Motto "Deutschland - Land der Ideen" aufgetreten werden.
Grund für die Absage war ein Interview Rogowskis. Darin hatte sich der ehemalige BDI-Präsident zu Wiedekings Verständnis für die Kapitalismus-Kritik von SPD-Chef Franz Müntefering geäussert. "Dass wir Unternehmerkollegen haben, die sich wichtig tun und sich aufspielen in einem solchen Zusammenhang - damit müssen wir leben", so Rogowski. Ein Porsche-Sprecher sieht in dieser Aussage den Entzug der Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Mike de Vries, Geschäftsführer der Kampagne, bedauert die Absage, hofft jedoch auf eine Rückkehr des Autokonzerns. Für Porsche ist der Ausstieg jedoch endgültig. Die Werbeaktion für den Standort Deutschland anlässlich der Fussball-WM hat bis dato erst 7.5 Millionen Euro lukrieren können. Auch andere deutsche Autohersteller halten sich mit der Unterstützung zurück. (pte)